KURVENSTAR MIT STARKURVEN

© Pirelli

Das Geheimrezept – wenige gute Zutaten

Er ist nicht nur in aller Munde, sondern lässt das Wasser buchstäblich im Munde zusammenlaufen: Der Pirelli-Kalender, der heuer runden Geburtstag feiert und sich – schlanker Hand – eine gebundene Ausgabe und damit eine Zusammenfassung der schönsten Fotografien der letzten Jahrzehnte gönnt. 1964 zum ersten Mal von Pirelli in Auftrag gegeben und veröffentlicht, ist er aus der ästhetisch-hochwertigen Fotografie nicht mehr wegzudenken. Mit einem Wunder hat der sagenhafte Erfolg weniger zu tun, vielmehr hat man es mit einer Gleichung ohne Unbekannte zu tun, da es sich hierbei um eine Ansammlung des „Who is Who“ der internationalen Modelbranche, Jets-Sets und Künstlerszene handelt. Dieser Kalender ist von Anfang an dazu verdammt gewesen, Erfolg zu haben. Doch was macht ihn so besonders? Wenn Stars wie Sophia Loren, Model-Urgestein Cindy Crawford, die unzähmbare Naomi Campbell oder Schönheiten wie Gisèle Bündchen und Milla Jovovich blank ziehen, kommt das zusammen, was zusammen gehört: Ästhetik, Kunst, und Stil. Dinge, die Menschen mit Blick für das Schöne schon seit jeher in den Bann gezogen haben. Keine Schnörkel, kein großes Drumherum, sondern schlichtweg nackte Haut, schöne Gesichter, formvollendete Körper, nur wenige Accessoires. Immer ist ein gewisser Stolz in den Bildern zu erkennen. Die dargestellte Person ist keine Frau, sondern ein regelrechtes Weib, von denen es heute kaum mehr welche gibt. Als limitierter Pin-Up-Kalender genießt er daher Kult-Status mit Sex-Appeal, der nur wenigen Auserwählten zuteilwird.

Die Mischung macht’s
Es sind natürlich nicht nur die Objekte vor der Linse, die den Kalender zum absoluten Star ihrer Gattung gekürt haben, sondern vor allem die Macher hinter dem Objektiv, die nicht weniger bedeutend sind. So gaben sich renommierte Fotografen wie Terry Richardson, Mario Sorrenti, Mario Testino, Herb Ritts, Annie Leibovitz, Peter Lindbergh, Bruce Weber, Helmut Newton (zuletzt 2014) oder Steven Meisel nicht nur die Klinke in die Hand, sondern auch die Ehre, ihre Ideen und Kreativität mit einfließen zu lassen. Sie sind es, die das Auge für Situationen, Posen und natürlich für den Betrachter haben. Es ist dieses Gefühl für das, was jemand sehen möchte, welches allen getriebenen Perfektionisten eigen ist. Man weiß automatisch, was schön ist, was wie gesehen werden möchte und wie jemand irgendetwas bevorzugt. Das sind die sogenannten Punktlandungen, die mit viel Empathie, Können und Talent zu tun haben. Wenn das Leben der Beruf ist und der Beruf das Leben, geschieht dies, meines Erachtens, von ganz alleine.

Vom Kalender zum Buch – gelebte Metamorphose
Eine Sau kann gewiss nicht von jetzt auf gleich zum eleganten Reh werden, ein Kalender jedoch ganz gewiss zum Buch. Fünf Dekaden bieten nun auch reichlich Stoff, um einem Oeuvre das angemessene Format zu verleihen. Wo Papier doch so geduldig ist, wäre es wahrer Frevel, man fasste nicht alles gekonnt zusammen. Ganz hervorragend ist daher, dass sich der deutsche Verlag Taschen dieser Aufgabe annahm und den Bildband „Pirelli – The Cal- 50 years and more“ kunstvoll in Szene setzte. „Cal“ steht hier also für Calendar und nicht für einen legasthenischen „Anruf“, den Sie im Übrigen gerne zu den Ihnen bekannten Bürozeiten tätigen dürfen. Für alle, die ab und an gerne „Mäuschen“ spielen, ist er eine wahre Offenbarung, da er rar gesäte Einblicke in die Tabubezirke von Kunstkritikerin, Schriftstellern und natürlich internationalen Topmodels gewährt. Ein Makel, den ich leider erwähnen muss, ist die Darstellung des Plus-Size Models Candice Huffine, welches mich, wie soll ich sagen, derangierte. Kleidergröße 46, gehüllt in Latex zu sehen, hat meine Illusion der Perfektion dieses Kalenders, den ich schon als Teenager bewunderte, nachhaltig gestört. Es ist nicht das, was man sehen möchte und aus dem Träume erwachsen – über eine Vorbildfunktion, in der Form, dass man gerne ein Idol stilisieren möchte, braucht man erst gar nicht zu sprechen. Genauso wenig kann ich den Trend, Models mit Down-Syndrom über den Laufsteg zu schicken, nicht nachvollziehen, da es wenig mit Ästhetik zu tun hat. Die Message dahinter ist mir unerklärlich, der Wunsch nach zu immer ausgefalleneren Ideen, um gewollt aufzufallen, zu brachial. Ist es nicht das, womit man sich als Käuferin identifizieren möchte? Ein perfektes Kleid, getragen von einer optisch perfekten Person und die Vorstellung, dass man es besitzen könnte, um im Nachgang selbst damit über die Straßen zu flanieren, um bewundert zu werden? Zerstört. Seien wir nicht zu offen für neue Ideen – mein Appell an die Ästhetik. Doch nun zurück zum Thema…..

….Den zwei wichtigsten F’s – facts and figures
Die Auflage ist, wie könnte es anders sein, auf 1.000 Exemplare limitiert. Wenn man zuvor die September-Ausgabe („the September issue“ ist in der US-Vogue (Condé Nast Verlag) die teuerste, umfangreichste und meist gefürchtetste Ausgabe des gesamten Jahres) für ein Telefonbuch gehalten hat, dem sei vermittelt, dass der Pirelli-Band über fast ganze 600 Seiten Hochglanz mit stilvoller Erotik, schierer Eleganz und natürlich dem, wofür eine richtige Frau ihren Ehemann jederzeit unter Wert verkaufen würde, nämlich Mode, verfügt. Außerdem nicht nur über sämtliche Aufnahmen, die in diesen fünf Jahrzehnten angefertigt wurden, sondern auch unveröffentlichte Fotografien sowie Bilder eines unveröffentlichten Kalenders aus dem Jahre 1963. Bezüglich des Preises haben Sie die Qual der Wahl. So können Sie einen Bildband mit den Maßen 30×30 zum Preis von 49,99 EUR oder die größere Ausgabe mit 48×48 zu 1.500 EUR erwerben, die in Leinen gebunden daher kommt und in einer edlen Plexiglas-Hülle mitgeliefert wird. Die Luxus-Ausgabe war natürlich in Windeseile vergriffen und wenn Ihnen die deutsche Ausgabe nicht reicht, können Sie Ihrer Gattin den Band gerne auf Italienisch, Spanisch oder vielleicht sogar am besten auf Französisch „vorlesen“ – könnte ein solch hochkarätiger Bildband nicht das Entrée für einen wunderbaren, non-verbalen Abend werden?

EINE WIE KEINE – DIE BIRKIN BAG

© Hermès

Es ist der Traum einer jeden Frau, die auch nur ansatzweise etwas von Mode versteht und es auch als Hobby betrachtet, die Trends der Fashionwelt fast täglich zu studieren . Dabei reden wir nicht wirklich immer über die Gegenwart, sondern auch gerne über Altbewährtes – wie die Birkin Bag. Vielleicht mag das ein oder andere Taschen-Victim mitverfolgt haben: In Hongkong wurde vor kurzem die teuerste Birkin Bag aller Zeiten versteigert und zwar für den sagenhaften Preis von über 205.000 EUR. Dabei handelt es sich gewiss nicht um einen Betrag, den man mal eben so aus der Portokasse zahlt. Nein, nein, das ist bereits ein Investment der besonderen Art. Die „Diamond Birkin“ aus dem Hause Hermès, ihres Zeichens fuchsiafarben, ist eine Sonderanfertigung – wenn Sie so wollen, eine commandè spéciale“-, was natürlich auch bedeutet, dass man sie in keinem Geschäft dieser Welt jemals wiederfinden wird. Die Herstellung einer solchen Tasche ist wahnsinnig zeitintensiv und so sitzen über 12 Sattler und Täschner an einem einzigen Exemplar. Dieses wird irgendwann garantiert zum Sammlerstück und kann jederzeit ganz wunderbar in Luxus-Secondhand-Shops verkauft werden kann, so man der Tasche überdrüssig geworden sein sollte.

Der Weg zum Glück
Ohnehin sind Birkin-und Kelly-Bags nicht offensichtlich in den Regalen der Hermès-Shops ausgestellt. Man sieht sie nicht. Man soll sie auch nicht sehen, sondern muss gezielt danach fragen. So bleibt der Besitz einer solchen Tasche immer etwas Besonderes und Einzigartiges. Das traditionsreiche Haus Hermès sucht sich die Käuferinnen nämlich gezielt und selbst aus, denn die Trägerinnen sind nicht nur Konsumenten im einfachsten Sinn, sondern auch gleichzeitig Werbebotschafterinnen dieser Marke. Sprich, es ist von absoluter Relevanz, dass die zukünftige Eignerin die Merkmale besitzt, die das Haus seit jeher symbolisieren: Klasse, Eleganz und Stil. Dazu gehört natürlich auch das i-Tüpfelchen, das sich nicht weg reden lässt: Ein ausgeprägtes Modebewusstsein und ein Gefühl für elementaren und zeitlosen Chic. Möchte man eine Tasche erwerben, ist es so, dass der Verkäufer den Käufer zunächst genauestens mustert und dann zwei bis drei Taschen zur Auswahl aus dem Atelier hervorholt. Mehr Wahlmöglichkeiten hat man nicht, sondern sucht sich aus dem gebotenen Repertoire ein Exemplar aus. Da eine der gezeigten Taschen immer passt, geht man als zufriedene Kundin aus dem Geschäft, vorausgesetzt, man wurde für „birkinbagtauglich“ gehalten. Der Tag, an dem man solch eine Tasche erworben hat, brennt sich unmittelbar in das Gedächtnis ein und wird stets eine positive Erinnerung bleiben.

Tasche ist nicht gleich Tasche
Benannt wurde die Birkin-Birkin Bag nach der französischen Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin, die evtl. Vielen als Lebensgefährtin von Serge Gainsbourg geläufiger ist oder als Sängerin des zeitlosen Songs „Je t’aime, moi non plus„, den sie zusammen mit ihm zum Besten gab. Lang ist’s her, man schrieb das Jahr 1969 – es war die Zeit der Schlaghosen und des Flowerpowers – Tempi passati. Perdu. Die Birkin Bag wird seit dem Jahr 1984 gefertigt und zwar in so geringer Stückzahl, das sie mittlerweile zum Status- und Luxussymbol avanciert ist. Doch was macht sie nun so attraktiv und verdreht allen Frauen viel mehr den Kopf als ein Mann es jemals zu tun vermag? Sie macht selbst aus der einfachsten Person einen Star, obwohl sie wahnsinnig schlicht ist. Und wer bereits ein „Star“ ist, potenziert die eigene Strahlkraft um ein Vielfaches. Wie kam es nun zum Äußersten? Im Jahre 1981 begegnete der Chairman von Hermès Jean-Louis Dumas eben Jane Birkin, die versuchte, den Inhalt ihrer eben zerrissenen Strohtasche wieder in Ordnung zu bringen. Sie beklagte sich, dass sie seit Jahren einen brauchbaren Weekender aus Leder suche, aber absolut nicht fündig würde. Als Mann der Tat, zeichnete Dumas den ersten Entwurf auf eine Serviette, aus der sich dann das Modell der Birkin-Bag entwickelt haben soll. Seitdem werden die Taschen in der Manufaktur der Rue de Faubourg aufwändig hergestellt – alles auf Anfrage, versteht sich. Reden wir von der kürzlich unter den Hammer gekommenen Luxusversion, lässt sich berichten, dass anstelle von Kalbsleder Leder des Leistenkrokodils verwendet wurde sowie Beschläge aus 18-Karat-Weißgold. Verziert durch zahlreiche Edelsteine,ergibt sich die Summe über sage und schreibe 1,73 Millionen Hongkong-Dollar oder umgerechnet 205.000 EUR. Dass der neue Besitzer ungenannt bleiben möchte, kann man dabei sehr gut verstehen. Ob man es braucht? Vermutlich nicht. Aber die Frage stellt sich nicht, wenn man alles hat und lediglich nur noch Variationen des Luxus‘, den man schon lange kennt, bestehen.

Besser als Aktien – die Tasche als Geldanlage
Wie bereits beschrieben, gehören Birkin Bags zu den beliebtesten Taschen der Welt. Sie sind neben der Tatsache, dass sie besonders chic und zeitlos sind, mittlerweile zum „It-Piece“ avanciert. Durch die Verknappungsstrategie weckt sie wahnsinnige Begehrlichkeiten – einmal ergattert, fungiert sie als Trophäe der Extraklasse, die man fortan kaum mehr aus den Augen lässt. Obwohl die Preise fast absurd sind, hört die Erfolgsgeschichte auch nach fast über 30 Jahren nicht auf und geht gnadenlos weiter. Bis vor kurzem gab es noch Wartelisten, welche jedoch abgeschafft wurden. Um es ganz platt auszudrücken: Jetzt geht es ausschließlich nach Nase, Status, Aussehen, Habitus. Um das Bankkonto geht es nicht immer: Passt man nicht in das „Hermès-Schema“ passt, nutzt einem auch alles Geld der Welt nichts. Kaufwütige Chinesen warten sicher sehr lange auf ein Exemplar. Birkin Bags sind mehr als ein Statussymbol – Mythos umschreibt es eher und gezielter. Preislich bewegt man sich in einer Range zwischen 9.000 und 170.000 EUR, je nach Größe und Material. Es ist nichts, was unerreicht ist. Träume darf man haben – sie werden irgendwann Realität.

SIE WAR EIN MODELL UND SIE SAH GUT AUS

© Vogue

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….das würde „Kraftwerk“ wohl heute über sie singen. Bettina, ein Fotomodell, das bereits in den 50er Jahren für ordentlich Furore sorgte. Das klingt Ihnen nicht französisch genug? Kein Problem, das lässt sich ändern, denn mit bürgerlichem Namen hieß sie Simone Micheline Bodin, die 1925 in der Bretagne geboren wurde. Kein geringerer als Hubert de Givenchy benannte seine erste Kollektion gleich nach ihr. Lange bevor die Ära der Supermodels wie Christy Turlington, Linda Evangelista, Naomi Campbell oder Cindy Crawford begann, machte Bettina die Pariser Laufstege zu ihrem Wohnzimmer und begeisterte die Modelwelt und natürlich auch die Society. Sie stand für den modernen „New Look“ – ein Look, der Frische, Natürlichkeit, Weiblichkeit und Eleganz ausstrahlte. Ein Look, den alle nach den schweren Tagen des Zweiten Weltkrieges brauchten und nach dem sich jedermann sehnte. Kein Wunder also, dass sie in rasanter Zeit zur Stilikone avancierte und sich nicht nur als Modell bei Modeschöpfer Jaques Fath einen Namen machte, sondern auch die Sinne des Designers Hubert de Givenchy beflügelte. Noch heute ist sie in aller Munde, ganz Paris spricht noch immer von ihr. Wundert es einen da, dass heutige Berühmtheiten wie Azzedine AlaÏa die besten Werke aus ihrer Zeit in dessen Galerie, die er im Marais-Viertel führt, mit ihr bestückt hat? Nicht wirklich, denn zeitlose Eleganz und Klassik sind noch immer das, was uns alle bis heute immer wieder in den Bann zieht und am Leben hält. Heute ist sie 89 Jahre alt und blickt auf eine phantastische Karriere zurück. Reißt man sich heute darum, von Fotografen wie Patrick Demarchelier, Mario Testino, Annie Leibovitz oder Peter Lindbergh abgelichtet zu werden, so stand „Bettina“ für die damals bekanntesten Fotografen vor der Linse. Zu erwähnen wären hier zum Beispiel Größen wie Henri Cartier-Bresson, Erwin Blumenfeld oder Irving Penn.

Aus Simone wurde Bettina
Die Wandlung von „Simone“ zu „Bettina“ ist leicht zu erklären. Das funktioniert bisweilen ein wenig wie im Escortwesen. Man schaut sich jemanden an und sagt: „Du siehst aus wie jemand, der evtl. Claudelle heißen könnte und in rasant schneller Zeit wird man “umgetauft”. So geschah es auch mit „Bettina“, die 1947 zum ersten Mal das Couture-Atelier ihres Förderers Jaques Fath in der Avenue Pierre Ier de Serbie betrat und meinte: „Eine Simone haben wir bereits, wir nennen Dich Bettina!“ Gesagt, getan. Ihren späteren Nachnamen „Graziani“ behielt sie, trotz des Umstandes der sehr kurzen Ehe mit dem Fotojournalisten Benno Graziani. Fath erkannte das Potenzial und machte sie zu einer Ikone der Nachkriegszeit. Vier Jahre lang bleibt sie dessen Muse. Sie stand für das „moderne Paris“, die Avantgarde und die Eleganz – all die Attribute, nach denen man damals wie heute lechzt.

Von Null auf Hundert – Ihre Karriere im Schnelldurchlauf
Nicht nur alle Modedesigner engagierten sie am laufenden Band für ihre Schauen, nein, auch alle Fashion-Magazine wie die „Elle“ oder die „Vogue“ waren ganz hingerissen von Frankreichs Schönster. Bald war sie „ la Française la plus photographiée de France ” – die meistfotografierte Frau Frankreichs, so die Paris-Match. Sie lief für Dior, Grès und auch Balmain (eine Marke, die langsam wieder aufersteht). Bereits im Alter von 22 Jahren verdiente sie die überirdische Summe von über 7.000 Francs in der Stunde. Schnell avancierte sie zum Trendsetter und setzte mit ihrer neuen Kurzhaarfrisur, die ihren hellen Teint umrahmte, einen neuen Trend. Frech wie sie war, schnitt sie ihren Chignon einfach ab und erfand sich neu. Der Haarschnitt, gepaart mit schwarzem Lippenstift, war das Stadtgespräch in den französischen Salons der besseren Gesellschaft und fand zahlreiche Anhängerinnen, die sie unbedingt kopieren wollten. Die Kopie kann natürlich nie das Original werden, aber immerhin hat es die Frauen dazu bewegt, sich konsequenter mit ihrer Optik zu beschäftigen.

„Das Chamäleon“
Ursprünglich war Bettina nichts anderes als ein nettes Mädchen vom Lande, das mit 18 Jahren aus der Bretagne kam, um in Paris Modedesignerin zu werden. Starke Parallelen zu Coco Chanel sind daher durchaus erkennbar. Ihre Entwürfe und Zeichnungen kamen jedoch nur mäßig an und so wurde sie zunächst für die Fotografie entdeckt. Jacques Costes gefiel ihr Gesicht so sehr, dass er sie für eine Kampagne seines Modehauses engagierte. Es waren vor allem ihre Natürlichkeit und ihre unbedarfte Ausstrahlung sowie ihr bahnbrechender Charme, der die Pariser Modewelt in ihren Bann zog. Dass sie außerdem diszipliniert und tüchtig war, war ihrer Karriere sehr dienlich, aber nichts anderes als eine Folge ihres Charakters.

Der Unterschied macht’s
Wie so oft fragt sich die halbe Welt, warum die einen Erfolg haben und die anderen nicht? Diese Frage lässt sich ad hoc nicht beantworten. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Man hat das gewisse Etwas oder nicht. Und genauso verhielt es sich mit Bettina. Ihr ging alles wahnsinnig leicht von der Hand, die Posen lagen ihr schlichtweg im Blut. Sie wusste immer, welcher Fotograf was genau von ihr wollte und versetzte sich sofort in die gewünschte Stimmung, ohne, dass man ihr Anweisungen geben musste. Resultierend aus einer Selbstverständlichkeit für ihren Körper und die Eleganz, ergab sich die Situation der Alleinstellung als Modell in Paris – die Konkurrenz war nicht mehr als ein Statist. Anmutig und so gar nicht gekünstelt, setzte sie Meilensteine. Dabei ist sie es, die bis heute steif und fest behauptet, sie hätte alles nur ihrer Ausdrucksstärke und weniger ihrem Gesicht zu verdanken. Vielleicht war es beides. Wandlungsfähig wie sie war, nannte man sie in der Fashionwelt nur noch „das Chamäleon“. Ziehen wir Parallele zum Escortwesen, müsste ein perfektes Escort genau das verkörpern, aber dazu sind viele einfach nicht im Stande. Nicht, dass sie es nicht wollen – sie können es einfach nicht, weil es noch nie in ihnen gesteckt hat.

J’adore Dior
Wer ist eigentlich Dior? Diese Frage durfte man sich in den 50er Jahren durchaus stellen, heute wäre sie gewiss eine Frechheit. Damals jedoch war er nicht mehr als ein unbeschriebenes Blatt und erst im Begriff, eine Karriere zu beginnen. Sie begegneten sich auf dem Weg zu einem Termin, der bei Lucien Lelong, einem frz. Coutourier, stattfinden sollte. Dior, damals recht mollig, näherte sich ihr schüchtern und verlegen und bot ihr an, falls Lelong sich gegen sie entscheiden würde, er doch sehr gerne mit ihr zusammenarbeiten würde, zumal er bald sein eigenes Coutoure-Atelier besitzen würde. Ihr Talent würde ihn faszinieren. „Leider“ fiel die Wahl Lelongs genau auf sie und so wurde sie, wen wundert‘s, vom Fleck weg engagiert. Wenig später schwebte sie bereits in Roben von Lanvin, Balenciaga und bald auch für Dior über die Laufstege dieser Welt. Für „ein Mädchen vom Lande“ ist damit ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Für Dior ganz bestimmt auch.

Das Kapitel „de Givenchy“
So wie sie Fath und Dior begeisterte, erkannte auch bald der junge Hubert de Givenchy ihr außergewöhnliches Talent und machte sie zum Aushängeschild des Modehauses, indem sie nicht nur für ihn lief, sondern auch Namensgeberin für dessen erste Kollektion war. Sämtliche Frauen waren verrückt nach der „Bettina Bluse“, die nicht schnell genug nachproduziert werden konnte. Bettina beflügelte alles und jeden – kein Wunder, war sie doch mit Leichtigkeit, Fröhlichkeit und dem gewissen Etwas gesegnet. Aber bevor ich nun anfange, einen neuen „Damen-Steckbrief“ zu schreiben, erwähne ich, dass sie, während sie Verhandlungen mit der US-Vogue hatte, in die berühmte Modellagentur von Eileen Ford eintrat und zwei Jahre lang sogar die Pressesprecherin bei Givenchy war. Sie organisierte u.a. dessen erstes Défilé im Jahre 1952. Bald darauf ließ sie sich scheiden und beschloss, sich nur auf sich zu konzentrieren und das Leben zu genießen.

Stilikone und Herzensbrecherin des Jet-Sets
Es waren folgende Worte, die man anfangs für sie bei Givenchy fand: „Bien sûr, c’était Bettina qui symbolisait peut-être le plus le style de la maison à ses débuts. Elle a été une précieuse collaboratrice, surtout au moment du lancement de la maison, et un fabuleux mannequin, qu’elle était déjà avant de venir chez moi. Elle était différente des autres par son style, et incarnait une image très forte de ces années là ! » Kurzum, eine Frau, die den Stil des Modehauses gerade zu Beginn enorm geprägt hat, durch eine fabelhafte Zusammenarbeit brillierte, ein ausgezeichnetes Fotomodell war und sich durch ihren Stil gravierend von allen anderen unterschieden hat sowie jahrelang prägend war. Wie bereits bereits erwähnt, scharrten sich alle berühmten Fotografen der damaligen Zeit, wie z.B. Henry Clarke, Louise Dahl-Wolfe oder Chrarbonnier um sie, der eine grandiose Aufnahme von ihr schuf : Bettina auf der Place de la Vendôme in ein Schaufenster von « Van Cleef & Arpels » blickend. Später gab es auch Modefotografien, die sie mit vielen Hunden an der Leine, Mode vorführend, zeigten. Aufnahmen, die im Nachgang sehr oft kopiert wurden. Urplötzlich jedoch verschwand sie von allen Covern der Fashion-Magazinen, um fortan die Lebensgefährtin von Prinz Aly Khan zu werden. Dieser war vormals mit Rita Hayworth verheiratet und liess sich von ihr scheiden. Mit ihm lebte sie einige Jahre sehr glücklich und zufrieden – ohne Trauschein. Vielleicht ist genau das die Lösung für eine gut funktionierende Beziehung. Ich bin große Anhängerin dieser Idee, was wohl niemanden ernsthaft wundern dürfte.

DREI ENGEL FÜR….VICTORIA’S SECRET

© Victorias Secret

…na gut, eigentlich sind es mehr, aber es passte so wahnsinnig gut ;-)…Sie alle kennen und lieben Sie: Die alljährliche Victoria’s-Secret-Show, die mit einer klassischen Modenschau relativ wenig zu tun hat, sondern im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur eine bombastische Show ist, die die Amerikaner schon Wochen vorher hypen. Marketingstrategisch könnte es nicht besser konzipiert sein, denn die Zutaten für das gigantische und äußerst kostspielige Spektakel sind denkbar einfach: Man nehme wunderschöne, langbeinige Models, stecke sie in aufregend-sexy Kostüme mit mindestens 12 cm hohe High Heels, spicke dies mit Live-Acts und den momentan angesagtesten Pop-Bands und fertig ist die Fashion-Show des Jahres. Was ein Ticket kostet? Fragen Sie nicht. Irgendwann im Leben muss man sich entscheiden: Kleinwagen oder Ticket für die sexy Engel in atemberaubender Lingerie.

Pünktlich vor Weihnachten – die Kasse soll schließlich auch klingeln – findet das grandiose Event statt, bei dem die derzeit begehrtesten und meist gehandelten Supermodels professionell und schwungvoll über den Laufsteg schweben. Das engelsgleiche Lächeln wird von wehendem Haar begleitet – wenn man nicht gerade durch die langen Beine und den durchtrainierten Körper abgelenkt wird, würde man das natürlich sofort positiv zur Kenntnis nehmen ;-). Und ja natürlich: Die Unterwäsche…deswegen sind ja alle eigentlich da. Jedes Jahr wird ein Engel auserkoren, der einen wahnsinnig teuren BH, den sogenannten „Fantasy Bra“, tragen darf. Dieser wird seit 1996 kreiert. Der 15 Millionen Dollar teure Fantasy Bra aus dem Jahr 2000 gilt als teuerstes jemals hergestelltes Wäscheteil und keine geringere als Gisele Bündchen durfte ihn vorführen. Unser berühmtester Export, Heidi Klum, hatte sogar auch schon mal die Ehre. Sie war von 1999-2010 eines der Engel und legte die „Flügel“ sogar freiwillig nieder, um sich weiterzuentwickeln.

Wer, wie, wo?

Heuer findet die Show, die ja eigentlich auch als „große Party“ bezeichnet werden könnte am 2.Dezember statt und diesmal, man höre und staune, in London und nicht, wie die Jahre zuvor, in meiner zweiten Lieblingsstadt (neben Paris) New York. Eingefleischte Fans müssen daher nicht noch extra das teure Ticket nach Übersee zahlen, sondern umgerechnet allenfalls ca. 13.000 EUR. Ein Schnäppchen sieht anders aus, keine Frage, aber wie so oft im Leben heißt die Devise: Wer hat, der kann ;-).

Ohne Fleiß, keinen Preis

Zuvor fanden die Shows teilweise sogar in Cannes oder Miami statt, aber nun dürfen sich die Briten freuen. Auch die sexy Engel, darunter z.B. Adriana Lima, sind bereits jetzt schon sehr aufgeregt und bereiten sich das ganze Jahr intensiv darauf vor: ‚It is really intense, it’s not really the amount of time you spend working out, it’s the intensity: I jump rope, I do boxing, I lift weights, but I get bored doing that. The Victoria’s Secret Show is the highlight of my life.‘ …Alleine an diesem Zitat liest man die Dankbarkeit heraus, dabei sein zu dürfen – eine Auserwählte zu sein. Doutzen Kroes, das Topmodel aus den Niederlanden schlechthin, weiß zu berichten: ‚We can’t escape from the truth. There are millions of people watching – and even people watching live – so it’s really important to work out a lot, which I do, and I definitely change my diet.‘ Mir wäre natürlich am liebsten, alle Escorts würden genauso denken, aber Disziplin ist nicht unbedingt jedem gegeben. Lange anschauen muss man sich das natürlich nicht ;-). Das kommuniziere ich den Damen in der Agentur sehr offen und direkt. Wer nicht will, der hat schon.

V.I.P.–Service inklusive

Für denjenigen, der sich nun fragt, was alles im Paket mit inbegriffen ist und warum alles so wahnsinnig teuer ist, dem sei folgendes gesagt. Für die fast 13.000 EUR erhalten Sie nicht nur diese phänomenale Live-Show, sehen Frauen, die Sie sonst kaum sehen würden (haben dadurch natürlich weiteren Stoff für ihre heißen Phantasien 😉 ), nein, wenn Sie sogar noch ein bisschen mehr Geld übrig haben natürlich die sehr exklusive After-Show-Party. Dafür ist aber die Unterbringung in einem Fünf-Sterne-Haus, ein Limousinen-Service samt eigenem Chauffeur, zahlreiche Goodie Bags (Kenner wissen, dass in diesen Tüten ausgewählte Stücke zu finden sind, die im Handel gar nicht mal so günstig sind. Hier kann es preislich „von bis“ gehen) und das Entree zu vielen, exklusiven Restaurants. Natürlich dürfen Sie dann auch in der ersten Reihe, der sogenannten „Front Row“ sitzen, vielleicht sogar neben einem Hollywood-Star ;-).

Glückszahl 3.000 und damit neuer Rekord…

…denn dieses Jahr rechnet man mit fast 3000 Besuchern; somit sind es dreimal mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich sei erwähnt, dass einer gewöhnlichen Fashion-Show maximal 300-400 Besucher beiwohnen. Ohne Dresscode geht es natürlich auch nicht, denn dieses Jahr ist die Weisung ganz klar: „Black Tie“ –darunter geht es nicht. Die Einzigen, die wirklich nur im Schlüpfer kommen dürfen, sind die Protagonisten dieser Show ;-).

Das Unternehmen

Victoria’s Secret wurde 1977 von Roy Raymond gegründet und gehört zum Einzelhandelskonzern Limited Brands. Bekannt wurde die Marke durch den Verkauf von Damen-Reizwäsche, vertreibt aber auch Badekleidung, Nachtwäsche und Kosmetika. Jährlich werden 400 Millionen Kataloge versandt; steigende Umsatzzahlen konnte das Unternehmen besonders nach der Idee mit den Victoria’s Secret Engeln verzeichnen. Hierbei fungieren die Engel als Sprecherinnen für das Unternehmen und repräsentieren es nach außen hin. Die Verträge sind heiß begehrt und so munkelt man hinter vorgehaltener Hand, dass es hierbei sogar um siebenstellige Summen geht. Die bekanntesten Gesichter unter den Supermodels waren z.B. Helena Christensen, Tyra Banks, Stephanie Seymour, Heidi Klum, Gisele Bünchen oder auch Laetitia Casta. Soviel zur alten Garde. Aktuell sind es Candice Swanepoel, Doutzen Kroes, Behati Prinsloo, Adriana Lima, Alessandra Ambrosio, Karlie Kloss, Lily Aldridge und Lindsay Ellingson

Excellent Escorts meint: Eine Buchung bei Excellent Escorts ist wesentlich günstiger und das, obwohl der V.I.P-Service stets im Honorar mit inbegriffen ist ;-). Warum einige von Ihnen immer noch Rabatte fordern, entzieht sich meiner Kenntnis und wird ignoriert. Auch mich hat das „Virus Victoria Secret“ natürlich längst befallen und gerne inhaliere jegliche Berichterstattung hierzu, begnüge mich aber in längeren Nächten stundenlang mit „Fashion-TV“, was zu zweit sogar noch mehr Spaß macht ;-). Bemerkenswert sind für mich die Zitate der Models, die ich im Blog benannte. Sie zeigen zum einen große Dankbarkeit und auch, dass es eine Ehre ist, dabei sein zu dürfen. Dafür arbeiten sie hart und wollen allen Zuschauern etwas bieten. Demnach wurde begriffen, dass die Optik ihr Kapital ist. Escorts sind leider noch lange nicht so weit. Man will alles mögliche in sich hinein schlingen , lange schlafen, sich möglichst wenig bewegen, möglichst wenig lesen und weiterbilden, sich für möglichst wenig interessieren, den sogenannten „Arsch hinterher getragen bekommen“, dann gerne auch noch vorlaut sein und für das „gelungene Gesamtpaket“ schließlich viel Geld bekommen! Ach ja, und dann natürlich alles unter dem Deckmäntelchen einer renommierten Agentur – ein Schuh wird da irgendwie nicht wirklich draus. Da ich das weiß, darf ich das unterbinden und möchte diesen Frauen hier auch weiterhin keine Plattform bieten. Hier bin ich direkt, schmerzfrei und schleudere denjenigen meine absolut ehrlich gemeinten Kommentare offen ins Gesicht. Dabei entschuldige ich mich für nichts, da es einfach die Wahrheit ist.

ANNA! DELLO! RUSSO!

Der heutige Blog wird einer Frau gewidmet, die nicht nur rein modetechnisch ihren Stiefel durchzieht und Kritiker einfach nicht an sich heranlässt. Das funktioniert ganz leicht, denn wenn man auf Perfektion bedacht ist und täglich hart daran arbeitet, hört man Stimmen aus dem Off erst gar nicht. Das weiß ich nicht zuletzt aus eigener Erfahrung ;-). Sie selbst sagt von sich, sie hätte vermutlich viele Männer in ihrem Leben verpasst, aber kein einziges Outfit und genau das ist Anna Dello Russo, die als Editor at Large & Kreativberaterin bei der japanischen Vogue tätig ist.

„Ich bin verrückt nach Mode, ein richtiger Nerd“

Mit ihrem extravaganten Stil –knallbunte Oversize-Mäntel, ultrakurze Miniröcke, taillierte Musterkleider, dazu XL-Heels, Hüte und Goldschmuck ohne Ende – macht sich die 51-jährige Italienerin bei jedem Event selbst zum Ereignis, wofür sie Designer und Fashion-Fans auf der ganzen Welt lieben. Ihren Erfolg verdankt die gebürtige Apulierin vor allem dem Internet, das Ton und Tempo des Modediskurses prägt und damit Redakteurinnen zu Ikonen macht. Im Jahre 2005 war sie zum ersten Mal auf dem Blog „The Satorialist“ zu sehen, der den Streetstyle-Hype überhaupt erst auslöste. Fünf Jahre später startete sie ihre Seite annadellorusso.com, die Teil des einflussreichen Blogger-Netzwerks „Now Manifest“ ist. Bei der Foto-App „Instagram“ hat sie mittlerweile mehr als 413.000 Fans – das mag schon was heißen.

Schuhe und Kleider, wo man nur hinsieht

Ein Traum einer jeden Frau ist es, neben einem begehbaren Kleiderschrank, ein eigenes Zimmer für Schuhe zu besitzen. Warum so klein gedacht, wenn es auch grösser geht? 😉 Anna Dello Russo besitzt alleine 4.000 Paar Schuhe, die sie, zusammen mit ihren vielen Kleidern in einer eigens dafür angeschafften Wohnung in Mailand aufbewahrt. Die zweite Wohnung in der Modemetropole nutzt sie für sich selbst. Wenn es darum geht, eine Prêt-à-porter-Schau zu besuchen, hat sie alleine mindestens 100 Outfits zur Auswahl dabei.

Man liebt sie, man liebt sie nicht, man liebt sie, man liebt sie nicht…..man….

Neben ihrer immer guten Laune ist dieser Mix aus Leidenschaft und Perfektion eine ihrer größten Stärken. Er sorgt aber auch dafür, dass die meistgebloggte Frau polarisiert wie kein anderer Star der Szene. Dabei ist der Dauerkritikpunkt ihrer Gegner: „Komplett-Looks vom Laufsteg könne jeder anziehen!“ Sie selbst sagt dazu: „Das ist meine Art zu zeigen, dass ich die Mode mehr liebe als mich!“ Und weiter fügt sie hinzu: „Sobald die Kameras auf mich gerichtet sind, muss eben alles makellos sein – sie sind gnadenlos!“ Böse Kommentare sind ihr daher egal, es geht ihr alleine um die Entwürfe der Designer. In einem Interview wünschte sie sich mal, ein Bügel zu sein, um der Mode dienen zu können. Ohne Disziplin, kein Erfolg – auch das könnte ein Motto von Anna Dello Russo sein. Sie schwimmt jeden Morgen zweieinhalb Stunden und praktiziert Yoga, denn „Sport ist essentiell, wenn die Kleider gut aussehen sollen!“ Während sich einige jüngeren Kolleginnen von diversen Labels ausstatten lassen, wählt die Stylistin ihre Garderobe persönlich aus und erfindet sich immer wieder neu – laut, extrem, kompromisslos, aber stets virtuos.

Excellent Escorts meint: Ich finde diese Frau einfach nur fabelhaft. Was andere sagen, ist ihr egal, sie macht, was sie will und steht dazu. Sie lebt in ihrem Kokon der Mode und hört Gegenstimmen kaum bis gar nicht. Genau das kann man sich dann leisten, wenn man in einer Welt der Disziplin und Perfektion zu Hause ist und dieses nicht als Zwang empfindet, sondern im Idealfall große Freude daran hat. Es ist normal, jeden Tag Sport zu treiben, es ist normal, sich der eigenen Leidenschaft hinzugeben und nur das im Kopf zu haben und dabei ist die Folge, dass man polarisiert, weil die Menschheit diese Art der Perfektion nicht fassen kann. Es geht einfach so weit, kaum schlafen zu wollen, damit einem nichts entgeht und alles für den nächsten Tag perfekt vorbereitet ist. Insofern haben sie und ich etwas gemeinsam. Was mir noch fehlt, ist tatsächlich eine Wohnung für all meine Kleider und Schuhe, denn mittlerweile reicht ein Zimmer nicht mehr aus. Wie sagt man so schön: Was nicht ist, kann ja noch werden – ich arbeite daran ;-). Was einen beim Leben der Perfektion stört, ist für mich ganz klar: Menschen um einen herum, die hier und da Fehler machen, obwohl man alles so schön auf einem Silbertablett serviert hat und alles ganz einfach erscheint. Sie würden den Fehler vielleicht gar nicht bemerken, aber mir fällt er sofort auf und es ärgert mich maßlos. Dabei kann es sich schon um eine Winzigkeit halten – ein „My“ eines Fehlers. Wenn man mich fragt, wäre ich mit mir alleine sehr zufrieden. Kontaktwunsch nach außen? Nicht, wenn es nach mir ginge ;-).

FAST 80 UND KEIN BISSCHEN MÜDE – ARMANI

© Armani

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Seine Anzüge sind geprägt von einer gewissen Lässigkeit. Giorgio Armani mag auch daher Lieblings-Designer vieler Hollywood-Herren wie Lenoardo DiCaprio oder Christian Bale sein. Der gebürtige Italiener legt noch heute selbst Hand an seine Kreationen. Mit dem modernen Luxus-Begriff kann er nichts anfangen.Nächstes Jahr feiert Giorgio Armani seinen 80. Geburtstag. Er zählt somit nicht nur zu den größten Modemachern im 21. Jahrhunderts, sondern mittlerweile auch zu den ältesten. Sein Auftreten ist seit jeher unaufgeregt. Gedeckte Farben, schlichte T-Shirts, eine kerzengerade Haltung und dazu der unverkennbar (evtl. zu) stark gebräunte Teint. Der Modemacher bleibt sich treu. Auch im Hinblick auf seine Marke. Viele seiner Konkurrenten betrachtet der Italiener argwöhnisch, empfindet sie als identitätslos, als unstet (Der Spiegel). Ganz anders das Haus Armani: Die Marke habe immer etwas Saisonunabhängiges, Überdauerndes. Luxus bedeutet für ihn Zeitlosigkeit. Der Modemacher versteht nicht, warum beim heutigen Luxusbegriff das Produkt selbst zunehmend eine unbedeutendere Rolle spielt.

Der schnelle Durchbruch

Giorgio Armani wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf, sein Vater war Transportunternehmer. Er studierte zunächst zwei Semester Medizin, brach das Studium allerdings ab und arbeitete als Schaufensterdekorateur. Seine ersten Erfahrungen in der Modebranche sammelte er als Einkäufer und Leiter einer Mailänder Boutique für Herrenmode. Später war er einige Jahre für den italienischen Modemacher Nino Cerruti tätig, bis er sich dann im Jahre 1975 gemeinsam mit seinem Lebensgefährten, dem Architekten Sergio Galeotti, mit seinem Modeunternehmen selbstständig machte. Bereits ein Jahr später gelang ihm mit seiner Herrenkollektion der internationale Durchbruch, später stattete er unter anderem Richard Gere für die legendäre Rolle des „American Gigolo“ aus. Die Hauptdarsteller der Serie „Miami Vice“, Don Johnson und Philip Michael Thomas, wurden im „Miami-Style“ mit T-Shirt und Armani-Anzug eingekleidet und avancierten zum Stilvorbild in den 1980er Jahren. Schließlich erweiterte Armani sein Arbeitsfeld auf Damenmode.

Ein schwerer Schicksalsschlag

So erfolgreich es für den italienischen Modemacher lief, privat erlitt er 1985 einen schweren Schicksalsschlag: Sein Lebensgefährte und Geschäftspartner Galeotti erlitt nach zweijähriger Leukämie-Erkrankung einen Herzinfarkt, den er nicht überlebte. Das Modeimperium gehörte daraufhin in Gänze Giorgio Armani. Stetig vergrößerte er das Unternehmen um weitere Kollektionen, weitete das Armani-Sortiment auf Kosmetika, Parfum, Bademode und Accessoires aus und gliederte die Geschäftsfelder unter anderem in die elegante Marke „Giorgio Armani“, die etwas jüngere Linie „Emporio Armani“, die sportliche Sparte „Armani Jeans“ und die Haute-Couture-Kollektion „Armani Privé“.

Die Zügel in der Hand

Trotz stattlichem Alter, lässt der Modemacher es sich nicht nehmen, selbst Hand anzulegen. Er ist durch und durch Selfmade-Mann und sagte einmal: „Ich kann es mir erlauben, nachts ins Büro zu gehen, alles zu ändern, was ich will und das vor niemanden rechtfertigen zu müssen, und ohne Angst davor, bestimmte Ergebnisse erreichen zu müssen, weil Investoren es so entscheiden“. Die Zügel in der Hand zu behalten, ein Luxus, den der Modemacher sich nach wie vor gönnt. Umso gespannter darf man sein, wer eines Tages das Erbe von Giorgio Armani antreten wird.

EE meint: im Hause Armani bleibt es also weiterhin spannend. Die 80 ist die neue 70, die 70 die neue 60, die 60 die neue 50…machen Sie es ihm nach und fügen sich nicht dem üblichen Verständnis von Alter in der Gesellschaft und wie man zum Zeitpunkt X zu sein hat. So werden wir noch ziemlich lange eine tolle Zeit miteinander haben und einiges an Unfug anstellen können ;-). Wir freuen uns darauf.

„RUCKEDIGU, BLUT IST IM SCHUH“

Ferragamo

…oder auch nicht – EE über Ferragamos Märchenschuhe // 

EE berichtet heute über die neueste Ausstellung des Salvatore Ferragamo Museums mit dem Titel „Der wundersame Schuhmacher – Märchen und Legenden über Schuhe und Schuhmacher”, die noch bis zum 31. März 2014 große und kleine Besucher in Florenz zum Träumen verführen möchte. So werden nicht nur rund einhundert paar märchenhafte Schuhe aus dem Fundus von Ferragamo gezeigt, die Frauenherzen in der ganzen Welt bis heute begehrlich höher schlagen lassen, sondern auch Exponate, zu denen unzählige Überraschungen rund um Ferragamos fabelhafte Fußbekleidungsmodelle zählen. Von magischen Wunderwerken aus dem Reich der Märchen, Sagen und Legenden bis hin zu Werken historischer wie zeitgenössischer Kunst.

Fangen nicht alle Märchen mit „Es war einmal…“ an? So auch dieses: Es war einmal ein Junge, der als das elfte von vierzehn Kindern in einem kleinen Dorf namens Bonito in der süditalienischen Region Kampanien zur Welt kam. Man schrieb das Jahr 1898. Der kleine Salvatore zeigte schon recht früh einen ausserordentlichen Hang zur Kreativität – er entwickelte, eher atypisch für das männliche Geschlecht, eine ganz besonders große Leidenschaft für Schuhe. Bereits im zarten Alter von gerade einmal neun Jahren entwarf er sein allererstes Paar. Es waren weiße Schuhe, die er heimlich bei Nacht im Kerzenschein aus einfachsten Materialien fertigte, um sie seiner Schwester zur Erstkommunion zu schenken. Mit elf Jahren ging er bei einem Schuhmacher in Neapel in die Lehre, mit dreizehn Jahren eröffnete er sein eigenes Geschäft in Bonito und bereits ein Jahr später bestieg er ein Schiff nach Amerika, um dort auf der Suche nach „Schuhen, die perfekt passen” sein Glück zu machen. Sicher, damals herrschten andere Zeiten – Schulbildung war allenfalls der gehobenen Gesellschaftsschicht vergönnt – umso bewundernswerter ist der Mut und der ungebrochene Arbeitswille, der in solch einer kleinen Person steckt. Gibt’s das heute noch? Eher selten bis gar nicht. Der Drang, reich zu werden, etwas zu besitzen und besser zu sein als alle anderen kann zum größten Antrieb werden. Darüber zu sprechen, ist im Prinzip so, wie dem Blinden beim Beschreiben von Farben zuzuhören. Ich pflege gerne zu sagen: man ist so, oder eben nicht – es gibt nichts dazwischen. Getrieben vom Gedanken, etwas zu erreichen, arbeitete er zunächst im Schuhunternehmen seiner beiden Brüder und belegte, mit Sinn für unkonventionelle, aber höchst effektive Weiterbildungsmaßnahmen Kurse an der Universität in menschlicher Anatomie. Um den Fuß zu verstehen, musste er den Körper verstehen – ein cleverer Gedankengang. So eröffnete Anfang der 1920er Jahre einen kleinen Laden in Kalifornien und machte eine steile Karriere. Er eroberte die Glitzerwelt des Films und durfte die schönsten aller Hollywooddiven mit High Heels ausstaffieren -wer stöckelt da nicht gerne dem Happyend entgegen? ;-). Und so hatte er es geschaft: Im Alter von 30 Jahren kehrte Salvatore Ferragamo, inzwischen reich und berühmt, wieder nach Italien zurück, um in Florenz endgültig die Heimat für seine meisterliche Handwerkskunst zu finden und vollends zur Legende zu werden. Im Jahre 1960 verstarb Ferragamo, jedoch wird das grandiose Erbe des „wundersamen Schuhmachers“ durch seine Familie recht erfolgreich weitergeführt.

Die Legende lebt

Im Palazzo Spini Ferroni, der seit 1938 traditioneller Sitz des Modehauses Ferragamo ist, richtete sie das ihm gewidmete Firmenmuseum ein. Nun zeigt die Modemarke mit „The Amazing Shoemaker – Fairy Tales and Legends about Shoes and Shoemakers“ eine neue, märchenhafte Schau. In ihr wird die wahre Lebensgeschichte von Salvatore Ferragamo, die selbst abenteuerlicher als jedes Drehbuch klingt, zum Leitmotiv und liefert den beteiligten Künstlern jede Menge Mythen-Stoff für eigene Werke. Ein Highlight ist ein eigens für die Schau gedrehter Kurzfilm „White Shoe“ über die frühe Episode aus dem Leben des jungen Ferragamo. Zwei Stars des Fantasyfilms haben ihn gedreht: Mauro Borrelli, der als Storyboard-Künstler schon für „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“ von Terry Gilliam und Francis Ford Coppolas „Dracula“ zuständig war. Ausserdem Rick Heinrichs, Oscar-prämierter Drehbuchautor von Tim Burtons „Sleepy Hollow“. Ein zweiter Film des Italieners Francesco Fei macht den Schuh zum Mittelpunkt einer nicht minder märchenhaften Fantasy-Reise. Frank Espinosa, der namhafte New Yorker Comicautor, Animator und Cartoonist von Disney and Warner Bros. hat eine Graphic Novel über Signore Ferragamo gezeichnet. Sogar ein Musikstück wurde eigens als Ouverture für die Ausstellung komponiert. Von keinem geringeren als Luis Enríquez Bacalov, dem mit einem Oscar ausgezeichneten argentinischen Filmkomponisten, der schon Michael Radfords „Der Postmann“ und zahlreiche Italowestern wie „Django“ vertonte sowie für Quentin Tarantino die Titellieder zu „Kill Bill“ und „Django Unchained“ lieferte.

Der Schuhmacher der Stars

Kein Märchen: ohne Salvatore Ferragamo, den gefeierten „Schuhmacher der Stars“, hätte wohl halb Hollywood barfuß laufen müssen. Bereits in Stummfilmproduktionen großer Regisseure wie Cecil B. DeMille und D. W. Griffith sind seine Schuhe auf der Filmleinwand zu sehen. Berühmte Schauspielerinnen wie Greta Garbo, Gloria Swanson, Mary Pickford oder Marlene Dietrich liebten seine Maßanfertigungen und machten seinen Namen unter Prominenten populär. 1939 singt und tanzt Judy Garland in den berühmten signalroten Schuhen von Ferragamo durch den Musical-Film „der Zauberer von Oz“ – diese und seine metallic-glänzenden Paillettenpumps machten ganz gewaltig Furore. Salvatore Ferragamo erfand die zehenlose Highheel-Sandalette ebenso wie den Keilabsatz (heute „Wedges“ genannt – man liebt oder hasst sie. Ich persönlich stecke sie in dieselbe Schublade wie Plateau-Schuhe, welche für mich ein absolutes No go darstellen). In den 1950er Jahren entwirft er die Ballerinaschuhe von Audrey Hepburn. Kurz darauf machte Marilyn Monroe die Zehn-Zentimeter-Heels des Schuhdesigners unvergessen. Der erste Auftritt in der Sonderschau ist den märchenhaften Kreationen des Schuhkünstlers gewidmet. In mystisches Halbdunkel gehüllt, werden sie geheimnisvoll hinter Glas oder in einem großen, antiquarischen Drahtvogelkäfig effektvoll präsentiert: mit funkelnden Strasssteinen besetzte Heels, mit Meereswogen und Segelschiffen verzierte Pumps, von Blütenzauber, duftigen Rosetten und schmetterlingsleichten Dekoren umhüllte Traumschuhe, aus denen man als Mann nur allzu gerne Champagner schlürfen und in denen nicht nur ein Aschenputtel oder ein Schneewittchen „bella figura“ machen würde.

Magische Kunstmomente

Künstler aller Art haben Hommagen verschiedenster Couleur an Salvatore Ferragamo und den sagenhaften, phantastischen Kosmos seiner Schuhe aus bekannten Märchen geschaffen. Autoren wie z.B. Hamid Ziarati, Michele Mari oder Elisa Biagini schrieben neue Märchen, illustriert von Michela Petoletti und Francesca Ghermandi. Die Fotografen Arrigo Coppitz, Simona Ghizzoni und Lorenzo Cicconi Massi setzten Ferragamos Schuhe auf fantastische Weise märchenhaft in Szene. Bildende Künstler, darunter Stars wie Mimmo Paladino, Carol Rama, Daniel Spoerri oder Rebecca Horn ließen sich von Märchenschuhen und Schuhmärchen wie den Siebenmeilenstiefeln, dem gestiefelten Kater oder Hans Christian Andersens „Die roten Schuhe“ inspirieren. Auch beflügelten Cinderellas gläserne Zauberschuhe oder solch fabelhafte Schuhmodelle wie Merkurs Götterbotensandalen, die ebenfalls als wertvolle Museumsleihgabe und als Skulptur von Giambologna gezeigt werden. Selbst das unschätzbar kostbare Originalmanuskript „Die wundersame Schustersfrau”, eine Komödie von Federico Garcia Lorca, durfte zu Ehren des wundersamen Schusters Ferragamo nach Florenz reisen.

Florenz ist immer wieder eine Reise wert. Alleine ist alles aber nur halb so schön und daher schlagen wir fromm, frei und selbstlos vor, sich einer hübschen Begleitung unseres Hauses zu bedienen. Egal, ob sie nun eine an- und erregende Zeit im Hotelzimmer verbringen, gemeinsam durch die Stadt schlendern oder Ihrer Herzdame, genauso gekonnt und charmant wie Ferragamo einst der Loren, einen High Heel über den hoffentlich zarten Fußen streifen – nutzen Sie Ihre Freizeit und gönnen sich einfach mal ein wenig Auszeit vom stressigen Alltag und belohnen sich zur Abwechslung einfach mal selbst.

MODE AUS DEM OFF – AZZEDINE ALAÏA

© Groninger Museum/ NRW Forum

Im heutigen Blog geht es um einen Designer, der sich bewusst nicht feiern lässt – der gewöhnliche Modezirkus liegt ihm nämlich vollkommen fern. Umso näher ist er dabei allerdings seinen Kunden.

Impressionen am Tage der Ausstellungseröffnung am 7.Juni 2013: der Designer Azzedine Alaïa wirkt wie ein Zuschauer. Er schreitet von einem Exponat zum nächsten. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich hier, in den Räumen des Düsseldorfer NRW-Forums, um Kleider aus dem noch ziemlich jungen 21. Jahrhundert. Dass es seine eigenen sind, dass die Ausstellung seinen Namen trägt, das lässt sich Alaïa am Eröffnungsabend selbst zunächst nicht anmerken. Er prüft Plissees aus Strick mit jenem interessierten Blick, den auch die Besucher im Gesicht tragen, wenn sie hauchdünne Seidenroben oder Lederpailletten betrachten, die nicht wie aufgenäht wirken, sondern so, als seien sie aus ihrem Material wie natürlich gewachsen.

Ein paar Minuten lang droht Azzedine Alaïa in der Menschenmenge unterzugehen. Wäre da nicht seine besondere Erscheinung, die schon bald die Blicke der Besucher weg von den Kleidern zieht. Da ist zum einen seine Körpergröße von lediglich 1,58 Metern und zum anderen seine typische Uniform, ein hier leicht bizarr anmutender schwarzer Mandarin-Anzug, den der Designer zu schwarzen Turnschuhen mit dicken Luftkissen trägt. Hinter einer Robe mit Seidenträgern, die an skulpturale Säulen erinnern, steht Alaïa plötzlich ungewollt im Rampenlicht. Die Düsseldorfer heben ihre iPhones, und ehe sie die Kameras auf ihn richten können, ist er schon weg.

Azzedine Alaïa ist weder jemand, der für ein Handyfoto nett lächelt (was ihn für mich äusserst sympathisch macht), noch einer, der sich auf ein Podium stellt und anfängt zu sprechen. Die Pressekonferenz zur Ausstellung am Mittag vor der Eröffnung hat er geschwänzt. Nach seiner Ankunft in Düsseldorf erkundigte er sich beim Leiter des NRW-Forums, Werner Lippert, was man denn in der näheren Umgebung unternehmen könne. Lippert empfahl ihm das Museum Insel Hombroich. Dann, kurz bevor die Journalisten eintrafen und die Sonne draußen schien, ist er einfach abgehauen, nach Hombroich.

So gehört sich das für einen Designer, der sich bewusst vom getakteten System der Mode fernhält und wenig davon hält, sich mit originellen Zitaten hier und da selbst anzupreisen. Alaïa ist anders als andere Designer: An Läden, die er nicht mag, verkauft er erst gar nicht. Und Modenschauen organisiert er nicht, nur um damit dem Schauwert gerecht zu werden. Alaïa zeigt eine Kollektion erst dann, wenn er eine zu zeigen hat, und steckt seine Energie in der Zwischenzeit ausschließlich in sein Handwerk, Kleider zu entwerfen, die für sich sprechen.

Vor langer Zeit kleidete er einmal Greta Garbo, die Göttliche. In jüngerer Vergangenheit, genau im Jahr 2008, riskierte Michelle Obama, noch bevor sie First Lady wurde, einen Gürtel aus dem Hause Alaïa, obwohl sein Designer als gebürtiger Tunesier, der heute in Paris arbeitet, nicht zu der Riege amerikanischer Kollegen gehört, aus denen angehende Präsidentschaftsgattinnen für gewöhnlich zu wählen haben. Und Carine Roitfeld, ehemalige Chefredakteurin der französischen „Vogue“, stattete ihre schwangere Tochter vergangenes Jahr mit Alaïa-Einteilern aus; selbst im achten Monat sitzen seine Entwürfe perfekt. Auch nach fast 35 Jahren im Geschäft fertigt er die Musterteile selbst. Die Nähte setzt er dazu so, dass sie mit ihrem Anteil von Stretch im Stoff wie eine überraschend passende zweite Haut wirken.

Dafür legt Azzedine Alaïa nicht eine It-Bag nach der nächsten auf, mit denen viele andere Marken heute ihr Geld verdienen, denen es weniger um Mode geht, sondern vor allem um Accessoires und um die lukrativeren Kollektionen zwischen Herbst und Frühjahr, Pre-Fall und Resort. Der Markt fordert heute, dass ein Modehaus einerseits funktioniert wie ein Unternehmen für Backwaren, das am laufenden und immer schneller werdenden Band Unwiderstehlichkeiten produziert, die aber andererseits nicht im Einheitsbrei versinken sollen. Allerdings, je rascher das Band läuft, umso verführerischer wird es für Designer, sich vom System abzuwenden, indem sie wie Alaïa, der beinahe mehr Künstler ist, seine Regeln selbst setzt.

In Düsseldorf bekommt man als Museumsbesucher dieser Tage einen überraschend guten Einblick in die Arbeitsweisen und Gedankenwelten dieses Modemachers, der nicht nur kontrolliert, was er herstellt, sondern auch, wie er arbeitet, indem er sich bewusst vom gewöhnlichen Modezirkus fernhält.
Azzedine Alaïa, dessen Marke im Jahr rund 47 Millionen Euro umsetzt, ist indessen oft im eigenen Shop anzutreffen, auch das ist eher ungewöhnlich für einen Designer dieser Größenordnung. Im Jahr 2007 ließ er sich von dem Luxuskonzern Richemont aufkaufen, ganz eigensinnig kann er seitdem also nicht mehr arbeiten. Noch in diesem Jahr soll ein neuer Alaïa-Shop in Paris eröffnen, der das Gegenteil von der alten schaufensterlosen Boutique werden könnte – er ist viergeschossig. Ab 2015 gibt es dann Damendüfte, Duschgel und Körpercreme von Alaïa. „Wachstum“ ist hier das Stichwort. Ob es unbedingt Kompromisse bedeuten muss, sei dahingestellt. Schließlich ist die Mode ein janusköpfiges Wesen mit einem kommerziellen und einem künstlerischen Gesicht. Auf der anderen Seite lässt sich der Designer vom Trubel eben nicht zu leicht aus der Ruhe bringen. Laut Wikipedia hatte Azzedine Alaïa am 7. Juni Geburtstag – dem Tag der Ausstellungseröffnung in Düsseldorf. Nein, nein, das Datum stimme angeblich nicht. Obwohl, wer weiß? Vielleicht sagt er das nur, um in Ruhe gelassen zu werden. Schließlich möchte er sich nicht feiern lassen ;-).

Das Feiern von Geburtstagen ist m.E. ohnehin eine Erfindung von Menschen, die, wenn sie die übrigen 364 Tage nicht im Rampenlicht stehen, wenigstens an einem Tag ein Star sein müssen.

MASSLOS ATTRAKTIV – DAS LEBEN DER LEGENDÄREN VOUGE-CHEFIN DIANA VREELAND JETZT IN EINEM FILM

 

© Courtesy of the Estate of James Karales – mit Diana Vreeland

Inmitten der glutroten Opulenz ihres New Yorker Apartments, das sie als „Garten in der Hölle“ dekorieren ließ, philosophiert Diana Vreeland mit klugen, strahlenden Augen und ausladenden Gesten über Schönheit und Stil. „Man sieht das Blut in ihren Adern pulsieren, sie rollt mit den Augen, man spürt ihre Lebhaftigkeit“, sagt Lisa Immordino Vreeland, Regisseurin des Dokumentarfilms „The Eye Has to Travel“ und Schwiegerenkelin des 1989 verstorbenen, aber nie verstummten Modeorakels.

Ihre Aphorismen werden von Diven beiderlei Geschlechts mit dem Ernst der Zehn Gebote zitiert. Doch Immordino Vreeland wollte der Hohepriesterin ihre menschliche Komplexität zurückgeben – Fehler inklusive: Vreelands Söhne Tim und Frederick sprechen vor der Kamera mit Nachsicht, jedoch kaum vernarbtem Schmerz über ihre Kindheit im Schatten einer radikal unkonventionellen Frau. Dabei war es nicht zuletzt deren Mutter, die mit ihrer Verachtung für ihr „kleines, hässliches Monstrum“ der Tochter den dornigen Pfad zur Selbsterfindung vorschrieb.

Vreeland machte ihn zum roten Teppich für eine Karriere als Moderedakteurin bei Harper’s Bazaar, Chefredakteurin der US-Vogue und Leiterin des Kostüminstituts des Metropolitan Museum. „Man muss nicht als Schönheit zur Welt kommen, um maßlos attraktiv zu sein“ wurde zu ihrer Maxime. Mit Film- und Fernsehausschnitten, mit weiterem Archivmaterial sowie 45 Interviewpartnern – darunter Lauren Hutton, Calvin Klein und Veruschka – malt Immordino Vreeland das Porträt einer geborenen Gesellschaftsdame, die sich kühn über alle Regeln hinwegsetzte und sie doch perfekt beherrschte: „Sie konnte mit Mäzenen und rebellischen Fotografen wie David Bailey am selben Tisch geistreich und glänzend Konversation machen. Wenn ihr ein Taxifahrer interessant erschien, lud sie ihn auf einen Drink ein“, erzählt sie.

Den Sinn für Etikette büßte Vreeland allerdings nie ein – sie ließ sich ihre Handschuhe in Paris und ihre Schuhe in Rom anfertigen. War ihr die Welt nicht glamourös genug, erfand sie eine andere Realität: Der Modeschöpfer Bill Blass, ein enger Freund der Ikone, konnte sie nicht davon abbringen, ihn als Briten zu bezeichnen, selbst wenn er immer wieder darauf bestand, lediglich ein Strumpfwarenhändler aus Indiana zu sein. „Diana Vreeland predigte Unabhängigkeit, Nonkonformismus und Leidenschaft. Es war eine elementare, aber wichtige Botschaft“, sagt Immordino Vreeland. Und unwiderstehlich verpackt in einem Gewand schillernder Kompromisslosigkeit. Das Bild zeigt Diana Vreeland mit Marisa Berenson in den 60er-Jahren bei Vogue.

Die DVD „Diana Vreeland – „The Eye Has to Travel“ kann man nun käuflich erwerben. Wir von Excellent Escorts sind schon sehr gespannt-abonnieren doch einige Damen das Magazin rege und holen sich hier und da Tipps-schaden tut es nie ;-).

SCHWARZWÄLDER TRADITION TRIFFT AUF PERFEKTION

Mit dem Visionär und Unternehmensgründer Erhard Junghans begann 1861 eine neue Zeitrechnung – seiner Fähigkeit, eine Brücke zwischen Tradition und Innovation zu schlagen, verdankt die Uhrmacherkunst in Deutschland sehr viel.

Das neunzehnte Jahrhundert, als das Zeitalter der Industrialisierung und Revolutionen, brachte bahnbrechende Erfindungen hervor wie die Dampfeisenbahn oder das Telefon. Auch die Wurzeln der Firma „Erhard Junghans“ und ihre wegweisenden Innovationen reichen bis in das Jahr 1861 zurück. Erhard Junghans hatte in Amerika Kenntnisse über moderne Produktions- und Vertriebstechniken gewonnen, um daraufhin mit seinem Partner im Schwarzwälder Schramberg eine Uhrenfabrik zu gründen.

Nur zwei Jahre später umfasste die Produktion wöchentlich mehr als 300 Uhren. Mit neuen Fertigungsprozessen und professioneller Vermarktung etablierte sich „Erhard Junghans“ weit über die Grenzen Schrambergs, dem damaligen und heutigen Sitz des Unternehmens, und des Schwarzwaldes hinaus. „Erhard Junghans“ wurde schnell zum Synonym für eine neue Ära der Zeitmessung und für höchste Qualität. Mehr als 145 Jahre nach der Gründung ist Schramberg noch immer Geburtsstätte für Zeitmesser höchster Präzision und technologischer Weltneuheiten – heute entstehen dort wieder Uhren der Marke „Erhard Junghans“. Basis für die neuen Uhrenmodelle bilden zwei reservierte eigenständige Uhrwerke, die dem hohen Anspruch im besonderen Maß gerecht werden.

Dies ist nur ein kleiner Essay in die Welt der exklusiven Uhren. Vielmehr ist es tatsächlich wieder an der Zeit: rufen Sie uns an, um in den Genuss einer eloquenten, bildschönen und jugendlichen Escort Dame zu gelangen. Danach werden Sie sich gewiss die Frage stellen: „Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?“ 😉 Die Zeit mit einer unserer Begleitdamen vergeht nämlich wie im Flug. Und wenn das kein gutes Zeichen ist, wissen wir von Excellent Escorts es auch nicht besser. Abschliessend teilen wir Ihnen gerne noch die Adresse der o.g.Firma mit und hoffen, Sie hatten Spaß beim Lesen:

Erhard Junghans
Geißhaldenstraße 49
D-78713 Schramberg

www.junghans.de