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LOTTE LASERSTEIN

19. September 2018 | 10:00 - 17. März 2019 | 17:00

Auf dem Weg zum Rotlichtviertel

STÄDEL MUSEUM; FRANKFURT AM MAIN

AUF DEN SPUREN DER KÜNSTLERIN

Lotte Meta Ida Laserstein wurde 1898 in Preußisch Holland nahe Königsberg geboren und verstarb 1993 im schwedischen Kalmar. Ihr umfangreiches bildnerisches Werk umfasst zirka 10.000 Arbeiten, darunter etwa 300 Gemälde und 100 Zeichnungen aus ihrer wichtigsten Schaffensperiode zwischen den Weltkriegen. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs sie in Danzig und Berlin auf. Ihr Meisterstudium konnte sie in Berlin an der Preußischen Akademie der Künste bei Erich Wolfsfeld mit herausragenden Resultaten abschließen; im Jahr darauf war sie an einer Ausstellung beteiligt und verkaufte ihr erstes Gemälde, das später zur sogenannten „Entarteten Kunst“ zählende „Im Gasthaus“. 

„Abend über Potsdam“ aus dem Jahr 1930 ist ihr bekanntestes und zugleich bedeutendstes Werk. Das großformatige, auf Holz gemalte Gemälde (110 x 205,5 Zentimeter) zeigt fünf Personen und einen Hund auf einer sommerlichen Dachterrasse über der brandenburgischen Hauptstadt. Assoziationen zu Leonardo da Vincis „Abendmahl“, aber auch zum opulenten Portrait der Familie Mosse sind nicht zufällig. Den entspannten, aber auch ernst und nachdenklichen wirkenden Figuren attestiert das Berliner Museumsportal eine „ahnungsvolle Melancholie“ und „individuelle Versunkenheit“ und der Künstlerin „mit Blick auf die zeitpolitische Situation“ zudem „visionäre Züge“. Laserstein benutzte für ihre Portraits gewöhnlich Holz als Unterlage – ein Material, das sich dem Bemaltwerden gelegentlich zu widersetzen scheint, im Idealfall den Bildern jedoch eine zusätzlich herbe Qualität verleiht. Es spricht für Lasersteins Bedeutung im deutschen Kunstbetrieb der Zeit von Wirtschaftskrise und Inflation, dass die junge Frau ihre erste Einzelausstellung ebenfalls bereits im Jahre 1930 in Fritz Gurlitts hoch angesehener Berliner Galerie zeigen konnte. 

Laserstein gilt als die womöglich bedeutendste Vertreterin der Neuen Sachlichkeit, obgleich ihre oft nüchtern wirkenden Bilder weniger kühl und gesellschaftskritisch sind, als es für diesen Stil üblich ist. Das Städel Museum spricht hier von „Akademischem Realismus“. Ihr Motiv war das der modernen, unabhängigen „Neuen Frau“, doch verstand sich Laserstein – im Gegensatz zu ihrer damals sehr aktiven Zeitgenossin Jeanne Mammen nicht als Chronistin der Weimarer Republik und ihrer Ausschweifungen; sie ist die kritische Beobachterin und hält Abstand. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestiert Lasersteins Porträts höchste Qualität und Beobachtungsgabe sowie „eine Dynamik, wie sie vergleichbar nur sehr wenige andere Maler in den Zwanzigern erzeugten“. Obwohl getauft und assimiliert, bedeutete der Nationalsozialismus für Laserstein das Ende ihrer Karriere. Die Repressalien begannen damit, dass Laserstein den Vorstand des Vereins Berliner Künstlerinnen verlassen musste. Die von ihr betriebene private Kunstschule musste sie schließen. Seit dem Jahr 1935 durfte die junge Malerin zudem nur noch beim Jüdischen Kulturbund in Deutschland ausstellen. 

Schließlich musste die Künstlerin aufgrund der Repressalien gegenüber Juden aus Deutschland fliehen. Die Gelegenheit dazu fand sie 1937 durch eine Ausstellung in der Stockholmer Galerie der Moderne. Sie schloss eine Scheinehe, siedelte sich im ostschwedischen Kalmar an, in dem sie bis zu ihrem Tode lebte und arbeitete. Trotz verzweifeltem Bemühen, sollte es ihr nicht gelingen, ihre Mutter nach Schweden nachzuholen. Meta Laserstein, geborene Birnbaum, starb 1943 im Konzentrationslager Ravensbrück, Lotte Lasersteins Schwester Käte überlebte in einem Berliner Versteck. Dem Bewusstsein der Öffentlichkeit entglitten, malte sie überwiegend Portraits bekannter schwedischer Künstler und anderer Persönlichkeiten sowie Landschaften, wobei sie sich über Auftragsarbeiten finanzierte. Der dokumentarische Nachlass Lasersteins befindet sich seit 2009 in den künstlerischen Archiven der Berlinischen Galerie, die auch an der aktuellen Ausstellung im Frankfurter Städel Museum beteiligt ist. 

DIE REZEPTION

Internationale Aufmerksamkeit erlangte die Künstlerin erst wieder durch die Ausstellung „German Art in the 20th Century“ im Jahre 1985 in der Londoner Royal Academy of Arts, die im Folgejahr noch in der Staatsgalerie Stuttgart gezeigt wurde. Ihre erste internationale Einzelausstellung nach ihrer Wiederentdeckung bekam Laserstein 1987 wiederum in London, diesmal unter dem Titel Lotte Laserstein: Paintings and Drawings from Germany and Sweden, 1920–1970 in den Galerien Agnews und The Belgrave. Weitere Ausstellungen folgten. 

Nach Lasersteins Tod gab es bedeutende Retrospektiven unter anderem im Berliner Ephraims-Palais, in Museen in Kalmar, Stockholm und Uppsala sowie im Frankfurter Städel-Museum. Besonders die Ausstellung Sternverdunkelung im Stockholmer Judiska museet, dem Jüdischen Museum, im Jahr 2005 über die Schicksale von Lotto Laserstein und Nelly Sachs fanden über Skandinavien hinaus Beachtung. In Berlin wurde eine kleine Straße nach ihr benannt, der schwedische Autor Fredrik Sjöberg hat ihr Leben 2013 in einem Roman verarbeitet, der auch auf Deutsch erschienen ist (Ge upp idag – i morgon kan det vara för sent, Deutsch:Vom Aufhören: über die Flüchtigkeit des Ruhms und den Umgang mit dem Scheitern., Köln: Galiani, 2018). 

Lotte Lasersteins wohl bedeutendstes Werk „Abend über Potsdam“ (1930) wurde im Jahr 2010 bei renommierten Aukionshaus Sotheby’s in London für mehr als 420.000 Pfund versteigert und wird seitdem in der Berliner Neuen Nationalgalerie gezeigt. Weitere ihrer Werke besitzen das Kunstmuseum der Stadt Kalmar, das Stockholmer Moderna Museet und das schwedische Nationalmuseum. 

Der weibliche Blick Lotte Lasersteins unterscheidet sich deutlich vom männlichen ihrer Zeitgenossen – die von ihr portraitierten Frauen sind keine passiven, dekorativen Objekte, sondern sich ihrer Bedeutung sehr wohl bewusst. Sie sind modern gekleidet und frisiert, stehen selbstbewusst und aktiv in ihrer Zeit und begegnen dem Blick des Betrachters gleichsam auf Augenhöhe; sie verschenken nichts und fordern eher zur Auseinandersetzung als zum passiven Kunstgenuss auf. Wichtigstes Motiv Lasersteins war ihre Freundin Gertrud Rose, geborene Süssenbach. Mit der bald zur wichtigen Freundin („Traute“) gewordenen jungen Frau verband Laserstein eine lebenslange Freundschaft, die auch die Jahre des Kriegs und des Exils überdauerte. Traute Rose verkörperte, wie die Künstlerin selbst, die moderne „Neue Frau“, die in der deutschen Kunstwelt der 1920er und frühen 1930er Jahren das Frauenbild revolutionierte – in der bildenden Kunst ebenso wie auf der Bühne und im damals überaus erfolg- und einflussreichen Medium Film. 

MIT IHREM LUXUS ESCORT IN KUNST SCHWELGEN…

Das „Frankfurter Städelsche Kunstinstitut und die Städtische Galerie“ ist eines der renommiertesten Museen Deutschlands, das sich besonders mit der modernen Kunst beschäftigt. Gegründet wurde es bereits 1833 mit Stiftungsgeldern aus dem Nachlass des Frankfurter Bankiers und Mäzens Johann Friedrich Städel. Bereits früh wurde in moderne Kunst investiert, zunächst in Werke des Impressionismus, später dann Gemälde aktueller Stilrichtungen wie Expressionismus oder Neue Sachlichkeit. Max Beckmann selbst war eine zeitlang Lehrer an der dem Museum angeschlossenen Städelschule. Im Nationalsozialismus verlor das Haus zahlreiche Bilder durch die „Säuberungsaktionen“ der „Entarteten Kunst“. Die Kriegsbeschädigungen blieben weitesgehend auf das Gebäude beschränkt; die Kunstwerke waren zuvor ausgelagert worden. In der Nachkriegszeit sorgten wohlhabende Kunstfreunde dafür, dass das Städel bald wieder zu einem Zentrum moderner Kunst wurde. 

Das Städel Museum widmet Laserstein nun mit der Ausstellung von etwa 40 Gemälden und Zeichnungen, überwiegend aus der Berliner Zeit, erneut eine umfassende Schau. Vom 19.9.2018 bis zum 17.3.2019 wird die Schau zu Lotte Laserstein „Von Angesicht zu Angesicht“ bedeutende Werke ihres Œuvres zeigen; hierzu zählen die Portraits „Russisches Mädchen mit Puderdose“ (mit dem Laserstein es beim Gemäldewettbewerb der Kosmetikfirma Elida 1928 bis in den Endausscheid geschafft hatte) und „Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger) (1933)“, die sich im Besitz des Städel Museums befinden. 

Neben bedeutenden Portraitdarstellungen, in denen der Blick der Künstlerin ganz verschieden mit dem Beobachteten umgeht – je nachdem, ob eine weibliche oder eine männliche Person portraitiert wird -, ist auch den Arbeiten aus dem schwedischen Exil ein Ausstellungsraum gewidmet. Das Gros dieser Werke konnte sich der Qualität der frühen Berliner Phase nicht auch nur annähern, es handelt sich schlichtweg um schnell gemalte Auftragswerke, mit denen Lotte Laserstein selbst höchst unzufrieden war. Das Missverhältnis von zumeist großartigen 400 Werken aus der Zeit, bevor sie Berlin verlassen musste, und den übrigen 9.400 später entstandenen Bildern, macht den unüberwindbaren Einschnitt, der ihr Leben nach 1933 prägte, schmerzhaft deutlich. Obwohl Laserstein bis zu ihrem Tode künstlerisch tätig war, gelang es ihr nicht mehr, an die Qualität und den überragenden Erfolg ihrer frühen Schaffensperiode anzuschließen. Nur die analysierenden Selbstportraits aus dieser Zeit erinnern quasi zitatartig an Lasersteins visionäre Malweise aus den 1920er und 1930er Jahren. Warum dies so war und sich nicht ändern ließ, muss Vermutung bleiben, zumindest, bis ihr schriftlicher Nachlass in Berlin fachkundig ausgewertet wurde. Dass die in Schweden offenkundig nie ganz zu überwindende Ortlosigkeit und Fremdheit zentral für diesen Kreativitätsverlust gewesen sein dürften, steht jedoch außer Frage. 

Nehmen Sie sich Zeit für die Wiederentdeckung Lotte Lasersteins, einer der bedeutendsten modernen deutschen Portraitkünstlerinnen, durch diese sorgfältig kuratierte und repräsentative Ausstellung und den einstündigen Audioguide. Am besten erleben Sie die Ausstellung in den Räumen des Städel Museums am Schaumainkai im Zentrum Frankfurts gemeinsam mit einer intelligenten und attraktiven Begleitung des Escort Frankfurt, so dass Sie gleich vor Ort die Kunstwerke nicht nur betrachten, sondern Ihre Gedanken und Empfindungen dazu auch aussprechen und diskutieren können. 

Der Audioguide zur Ausstellung ist auch als App erschienen, so dass Sie den Ausstellungsbesuch auf Ihrem Tablet oder Mobiltelefon nachbereiten können. Die Schauspielerin Meret Becker hat die Texte eingesprochen und führt den Kunstliebhaber an den Bildern Lotte Lasersteins entlang durch das Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Der zweisprachige (Deutsch/Englisch) Ausstellungskatalog ist im Prestel-Verlag erschienen und zeigt auf 192 Seiten 159 farbige Abbildungen; im Museumsshop kostet er EUR 39,90. Zur Vorbereitung auf den Ausstellungsbesuch sei auch der informative Blog des Städel Museums empfohlen. 

Das Frankfurter Städel Museum bietet regelmäßig Überblicksführungen, teilweise mit Gebärdendolmetscher, zur Ausstellung an, für die sich der Besucher zuvor nicht anmelden muss. Auch in den beliebten Abendführungen des Hauses wird die Ausstellung vorgestellt. Zur allgemeinen Freude der internationalen Besucher ist im gesamten Hause ein freies W-Lan zu empfangen. 

IHR ABEND IM SOFITEL OPERA 

Den Tag können Sie nach dem Ausstellungsbesuch dann im zur Accor-Gruppe gehörenden luxuriösen Stadtpalais des Sofitel Frankfurt Opera ausklingen lassen, dessen Motto „Life is Magnifique“ Sie sich für Ihren Aufenthalt in der Mainmetropole zu eigen machen sollten. Das zentral am Opernplatz gelegene Fünf-Sterne-Haus wird für seinen individuellen Charme, seine elegante und luxuriöse Atmosphäre, die jeden nur denkbaren Service in höchster Qualität offeriert, geschätzt – und das mit aller gebotenen Diskretion und Rücksicht auf die Privatsphäre der Gäste. 

Die französische Küche des hoteleigenen Restaurants „Schönemann“ verwöhnt Sie dabei ebenso wie ein Glas Champagner, Ihrem Lieblingscocktail oder einem leichten Imbiss bei „Lili’s“, der luxuriösen Bar des Hauses. Im Hintergrund spielt leise, unaufdringliche Musik – und sollten Sie Ihren Vierbeiner in die hessische Metropole mitgebracht haben, so darf er Sie hierher ins „Lili’s“ sogar belgeiten. 

Die für Ihre gehobene Kulinarik bekannten, unkompliziert entspannten Restaurants des Sofitel Frankfurt Opera tragen ebenso zu einem entspannten Abend bei wie die großzügige Wellnesslandschaft des Spa-Bereichs des Hotels oder die Aussicht auf eine erholsame Nacht in einem der bequemen, modern ausgestatteten Zimmer des Hauses. 

Das Spa des Hotels verwöhnt Sie und Ihre Begleitung mit wohltuenden Schönheitsritualen aus der ganzen Welt, Sie können jedoch auch im großen Pool des Hauses Ihre Bahnen ziehen, im geräumigen Saunabereich entspannen oder sich von den Fachkräften des Sofitel Spa-Bereichs massieren lassen. 

Ihre Begleitung vom Escort Frankfurt ist gern behilflich, wenn es darum geht, das ideale Abendprogramm zusammenzustellen und im exklusiven Sofitel Frankfurt Opera das Gesehene gemeinsam nachzubereiten.

Details

Beginn:
19. September 2018 | 10:00
Ende:
17. März 2019 | 17:00
Veranstaltungskategorie:

Ort

STÄDEL MUSEUM
Schaumainkai 63
Frankfurt am Main,Hessen60596 Deutschland
+ Google Karte anzeigen
Website:
http://www.staedelmuseum.de/de/ausstellungen/georg-baselitz
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Beginn:
19. September 2018 | 10:00
Ende:
17. März 2019 | 17:00
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STÄDEL MUSEUM
Schaumainkai 63
Frankfurt am Main,Hessen60596 Deutschland
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http://www.staedelmuseum.de/de/ausstellungen/georg-baselitz