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DIE HUMANE KAMERA. HEINRICH BÖLL UND DIE FOTOGRAFIE

1. September 2017 | 10:00 - 7. Januar 2018 | 18:00

Museum Ludwig

MUSEUM LUDWIG, KÖLN

Sie und Ihr Escort Köln werden es wissen: Das Museum Ludwig steht auf dem Heinrich-Böll-Platz und es wurde 1986, ein Jahr nach Heinrich Bölls Tod neu eröffnet. In der bestehenden Sammlung Fotografie des Museum Ludwig finden sich zahlreiche Werke, die entweder Heinrich Böll selbst zeigen oder ihm vertraut waren. Bildbände wie Chargesheimers „Unter Krahnenbäumen“, „Im Ruhrgebiet“, beide aus dem Jahr 1958 oder „Menschen am Rhein“  von 1960, wurden von seinen Texten begleitet. 1964 verfasste Böll den Text „Die humane Kamera“ und formulierte damit eine „Moral der Fotografie“. Mit der derzeitigen Ausstellung beschäftigt sich das Museum Ludwig in seinen neu eröffneten fotografischen Räumen der ständigen Sammlung, mit Bölls Verhältnis zur Fotografie und dem Fotografieren. Aus drei Archivkartons des mit Böll befreundeten Kölner Schriftstellers Heinz Held konnte Miriam Halwani als Fotografie-Kuratorin des Hauses die schönsten Beispiele heraussuchen. Doch diese Porträts sind nur eine Facette der vielfältigen Schau. Zur Fotografie-Kunst verhielt sich Böll ambivalent. Trotzdem war er überzeugt: „Ein gutes Auge gehört zum Handwerkszeug des Schriftstellers“. Böll schrieb ebenfalls für drei Chargesheimer-Bände die Texte und war als stiller Beobachter auch bei den Motivrecherchen des Meisters dabei. Ihr Escort Köln ist übrigens auch in jeder Lebenslage eine Freude für Ihr Auge.

Sah Böll die mediale Fotoflut voraus?

Mit Prachtbildbänden, oder wie sie heute heißen – Coffee Table Books – wurde Böll nicht warm, war ihm diese Darstellung doch zu eitel, zu direkt. Sein Text „Die humane Kamera“ von 1964, steht im Mittelpunkt der Kölner Schau und warnt vor dem Missbrauch der Bilder für Überwachungszwecke oder Paparazzi-Voyeurismus: „Wo die Kamera zudringlich wird, ihr Instrument, das Objektiv, zum Instrument des Subjekts, des Photographen wird, der darauf aus ist, den Menschen zu ertappen, zu denunzieren, zu entlarven, überschreitet die Photographie ihre ästhetische und gleichzeitig moralische Grenze.“ Es ist, als hätte Böll schon damals die Möglichkeit gehabt, in die Zukunft zu blicken und unsere Gegenwart zu sehen. Sein Sohn, René Böll erinnerte als Gast des Pressegesprächs auch an erlebte Zudringlichkeiten der Fotografen, „besonders auf der Beerdigung des Vaters“. Die peinliche Namensfindung und das Parteiengerangel um die Namensgebung des Heinrich-Böll-Platzes, können Sie sich in einem kurzen Film zu Gemüte führen. Falls Sie und Ihr Escort Köln noch nicht genug Kunst geatmet haben, empfiehlt sich ein Ausflug in das Kölner Umland, genauer gesagt nach Kerpen in das Haus Mödrath. Sie finden dort ein altes Herrenhaus in traumhafter Lage, als den neuen Ausstellungsort im Rheinland vor. Das Kunsthaus steht auf historischem Grund und Boden: Der kleine Ort Mödrath verschwand in den fünfziger Jahren durch den Braunkohletagebau vom Erdboden. Das alte Anwesen ist, von viel Grün umgeben, erhalten geblieben und beherbergt jetzt die neuen Kunsträume. Auf dem Klingelschild des Herrenhauses finden Sie und Ihr Escort Köln jedoch nicht den Namen des Besitzers, sondern „Räume für Kunst“- der Name ist Programm und der Kölner Sammler, der das 1838 erbaute Haus aufwendig renovieren ließ, möchte sein Engagement wirken lassen und nicht sich selbst. Deshalb bleibt er anonym. Übrigens war ein Kunsthaus auch gar nicht Ziel seiner Immobiliensuche. Gewünscht war eigentlich ein Bürohaus für sein Unternehmen. Dabei stieß er auf den neoklassizistischen Putzbau, der von einem der vorherigen Besitzer mit offenen Kaminen, 17 Marmorbädern und einem Schwimmbad in einen etwas protzigen Traum großbürgerlicher Anmutung verwandelt wurde. Ein Umbau zum Bürogebäude wäre vermutlich zu aufwendig und zu kostspielig gewesen. So baute er ein Haus für zeitgenössische Kunst, von dem der Sammler schon lange geträumt hatte.

Ein Kleinod in Kerzen

Er baute das Haus teilweise zurück, entkernte es im Inneren und schaffte so ein wunderbar aufgeräumtes Schmuckstück. Auch wünschte sich der Sammler einen lebhaften Kunst-Ort, ein Ort des Austausches, wo wechselnde Kuratoren unterschiedliche Ausstellungskonzepte realisieren. Die Eröffnungsschau „Aftermieter“ gestaltete Kurator Veit Loers und erhielt vom Mäzen freie Hand. Passend zu dem wiederentdeckten Ort, geht es um die schmale Grenze zwischen Natur und Kultur, was Loers nutzte um zeitgenössische Leihgaben aus verschiedenen Sammlungen zu zeigen. Da das Thema weit gefasst ist, bekommen Sie und Ihr Escort Köln ein abwechslungsreiches Portfolio präsentiert. Jeder Raum, und sei er noch so nützlich, wird für die Kunst genutzt, und weckt leichte Horrorfilmassoziationen. Auf dem Dachboden zeigt die tschechische Künstlerin Eva Kot’átková einen Gitterstall für schwer erziehbare Kinder – komplett ausgestattet mit Stroh, Hühnerhaus und wie aus den Arsenalen der Schwarzen Pädagogik anmutendem Mobiliar. Das Treppenhaus wurde von Mary-Audrey Ramirez mit einem windschiefen, mehrere Meter aufragenden Totem aus Plüschtieren und Kopfkissen geschmückt. Kunstkennern begegnen bekannte Namen wie Kai Althoff, Günther Förg, Alicja Kwade und Franz West, flankiert von unbekannteren Künstlern wie Ali Altin, Adolf Beutler und Davide Stucchi. Beeindrucken wird Sie ebenfalls Eric Bainbridges überlebensgroßer Plüschschwan im Leopardenfell. Bis 15. November 2018 können Sie und Ihr Escort Köln die Ausstellung jeweils am Wochenende sehen: Das kunstaffine Rheinland ist damit um ein Ausflugsziel reicher.

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Details

Beginn:
1. September 2017 | 10:00
Ende:
7. Januar 2018 | 18:00

Ort

Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
Köln,50667