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Ai Weiwei

18. Mai 2019 | 10:00 - 1. September 2019 | 17:00

Ufer Düsseldorf

Everything is Art. Everything is Politics

Dem möglicherweise bekanntesten lebenden chinesischen Künstler Ai Weiwei widmet die Kunstsammlung Düsseldorf eine weltweit beachtete Ausstellung. Ai Weiweis Vielschichtigkeit wird dadurch entsprochen, dass der Regimekritiker gleich zwei Ausstellungsorte „bespielt“: Sowohl das K20 als auch das für neueste künstlerische Entwicklungen renommierte Souterrain des K21. Seit dem 18. Mai und noch bis zum 1. September 2019 stellt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfahlen nun in dieser Doppel-Schau das Werk des Rebells und Multitalents vor. Mit einer angenehmen und anregendem Begleitung vom Escort Düsseldorf haben Sie Gelegenheit, das Gesehene zu besprechen, zu reflektieren und in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Ai Weiwei, Sohn eines Schriftstellers und Malers, wurde 1957 in Peking geboren, wuchs jedoch aufgrund der Verbannung seines Vaters in der Provinz auf, bevor er Ende der 1970er Jahre in der Hauptstadt ein Filmstudium begann und mit Freunden die regimekritische Stars Group gründete. Im Zuge seiner künstlerischen Ausbildung und aufgrund seiner freiheitlichen Neigungen ging Ai Weiwei von 1981 bis 1993 in die Vereinigten Staaten. Dort wurde er besonders an der Parsons School of Design mit Dadaismus, Konzept- und Pop Art vertraut. Der Außenblick auf die chinesische Heimat verhalf ihm zu dem Abstand, der es ihm nach seiner Rückkehr nach China ermöglichte, im Spannungsfeld von Parteiherrschaft und Zensur sowie persönlichem Freiheitsstreben und kreativem Schaffen ein Œuvre aufzubauen, dessen Komplexität seinesgleichen sucht. 

Für westeuropäisches Empfinden ohne Sicherheitsabstand überschreitet Ai Weiwei Grenzen, wirft sich, wie auch sein Publikum, in Situationen, die im doppelten Sinne als peinlich verstanden werden müssen: Zum einen hinsichtlich des emotionalen Anspruchs eines Künstlers, der sich entgegen aller Konventionen zum Märtyrer stilisiert, zum anderen wegen des durchaus realen Schmerzes, der erfahren und unmittelbar abgebildet wurde und dem Betrachter wenig emotionalen Spielraum lässt. Von seinen Kritikern als kitschig verachtet, wird diese Unmittelbarkeit und Hemmungslosigkeit als Methode verstanden, Grenzen niederzureißen. Grenzen, die er solange ignoriert, bis die Person des Künstlers und seine Geschichte mit seinem Werk eins werden. Ai Weiwei protestiert beständig gegen die Auslöschung von Geschichte und Erinnerungsorten zugunsten charakterloser, anonym-synthetischer Millionenstädte. Er rebelliert in seiner unverwechselbaren Formensprache gegen die Verfälschung von Tatsachen, Zensur und das Verschweigen zum Ziele des Vergessens und Negierens. 

Im K 21

Im Souterrain des K21 im Düsseldorfer Ständehaus, das gern für spektakuläre Wechselausstellungen genutzt wird, präsentiert Ai Weiwei neuere Arbeiten. Ergänzt werden diese um Werke aus seiner New Yorker Zeit. Die Rheinmetropole ist damit in den warmen Monaten dieses Jahres um eine Attraktion reicher geworden. Genießen Sie mit Ihrer charmanten Begleitung des Escort Düsseldorf intelligente Gespräche, teilen Beobachtungen und Assoziationen – und kehren Sie auf dem Weg zwischen beiden Ausstellungsorten oder für einen entspannenden Ausklang Ihres Tages in eines der zahlreichen neuen Cafés ein, probieren Sie die neueste Bar, oder genießen Sie einfach einen Sommerabend auf der Kö oder am Flussufer.

Das K21 versammelt die bedeutendsten Werke Ai Weiweis des letzten halben Jahrzehnts. Seit seiner Haftentlassung und Aufhebung seines Ausreiseverbots 2015 befindet sich Ai Weiweis neuer Lebensmittelpunkt in Berlin. Obwohl ihm die Stadt bislang nicht die Heimat geworden ist, die er sich erhofft hatte. Als er den Ruf an die Universität der Künste annahm, konnte sie doch als Entstehungsort sehr bemerkenswerter Kunstwerke Folie und Raum für seine Kreativität bieten. Über persönliche Erfahrungen hinaus, bilden jetzt Vertreibung und Flucht die zentralen Fixpunkte seines Schaffens. Ein fragil konstruiertes Flüchtlingsboot („Life Cycle“) beherbergt angedeutete menschliche Figuren, die auf diese Weise so etwas wie ihre Schatten dort zurückließen. Dort, wo sich ihr Leben änderte, bevor sie in Länder in einem fremden Kontinent weiterzogen, der ihnen wenig Verständnis entgegenbrachte und ihnen nicht unbedingt wohl gesonnen war. 

Zurückgelassene Kleidungsstücke aus einem griechischen Flüchtlingslager, das man im Jahr 2016 schloss, mahnen nun in „Laundromat“ von vierzig Kleiderständern: Ballast, der nicht mehr weitergeschleppt werden konnte, der niemandem mehr gehört. Das Unbehagen, auch die Empörung, die Ai Weiwei umtreibt, setzt er ganz unmittelbar in „Human Flow“ um – einem endlos scheinenden Strom aus Handyfotos aus dem „wilden“ Flüchtlingslager von Calais und in die sich Ai Weiwei immer wieder selbst hineinmontiert hat. Wie ein stream of counsciousness, dessen Albtraumhaftigkeit dadurch gesteigert wird, dass es sich hier nicht um nächtliche Verdichtungen der menschlichen Psyche handelt. Vielmehr treffen Sie und Ihre Begleitung des Escort Düsseldorf auf Aufnahmen realer Menschen mit Geschichten, Schicksalen und Wünschen. Hier fügt sich ebenfalls „Odyssey“ ein, eine Reihe von Schwarz-Weiß-Grafiken mit Motiven aus Flucht und Vertreibung, die neueste geschichtliche Ereignisse in den umfassenden Kontext menschlichen Erlebens im Laufe der Jahrtausende stellen.

Fast versucht die von der Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Susanne Gensheimer, und dem Künstler selbst kuratierte Ausstellung zu viel, zeigt sie doch auch Frühwerke des Künstlers und stellt sie den zeitgenössischen Arbeiten gegenüber. Ästhetische Bezüge zu Duchamp und Warhol waren prägend und sind eindeutig nachweisbar; die angedeutete tiefe Nähe zu Beuys’ Werk überfrachtet den Anspruch der Ausstellung jedoch und nimmt ihr etwas von der Eindringlichkeit, die eine Beschränkung auf eine Thematik und/oder eine Schaffensperiode des überaus produktiven Künstlers hätte offerieren können.

Im K20

Doch ist diese gelegentlich aufdringliche, bewusst verstörende Anwesenheit Ai Weiweis in seinem Werk nur ein Aspekt seines künstlerischen Schaffens. In der im K20 am Grabbeplatz präsentierten Konzeptkunst Ai Weiweis treffen Sie auf einen kritisch beobachtenden, intellektuell überlegenen und weniger emotionalen denn rationalen Künstler. Wenn als Besucher der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt die Zeit und Gelegenheit finden, beide Ausstellungsorte zu besuchen, werden Sie neben dem Moralisten auch den Analytiker Ai Weiwei kennenlernen. Gleich, ob Ihre Partnerin unseres Escort Düsseldorf und Sie mehr dazu neigen, Kunst emotional zu verstehen, oder ob Sie eine Analyse, genaue Beobachtungen und zusätzliche Fakten vorziehen – diese einmalige Gelegenheit bietet Ihnen auf jeden Fall die Gelegenheit, sich mit dem Schaffen des Ausnahmekünstlers vertrauter zu machen.

In der Düsseldorfer Altstadt fesseln nahezu sublime Arbeiten wie die von 2011 aus der Londoner Tate Modern bekannte Installation „Sunflower Seeds“ oder die eindrucksvoll-verstörende Installation zum Gedenken der beim Erdbeben in Sichuan getöteten Kinder. Wechselwirkungen zwischen europäischer und chinesischer Kunst werden nochmals gebrochen; vertraute Interpretationen in Frage gestellt. Schließlich zählt für Sie nur Ihr Verständnis der Werke, die Geschichte, die sie für Sie oder Ihre Begleitung erzählen.

Für „Sunflower Seeds“ ist der Boden der Klee-Halle auf nahezu 650 Quadratmetern mit 60 Millionen handgefertigter Sonnenblumensamen aus Porzellan bedeckt. Die Metaphorik spielt auf die Herrschaft Maos und dessen Versprechen von Chancengleichheit und Gerechtigkeit für die Völker Chinas. (Die Bevölkerung Chinas sollte sich an der sonnengleichen Strahkraft Maos ausrichten wie die Sonnenblumen am Stand der Sonne.) Die Wände des Raumes zeigten aus Lego erschaffene und dadurch verpixelt-verfremdete chinesische Tierkreiszeichen vor internationalen Bauwerken („Zodiac“). 

In noch unmittelbareren Bezug zu den traditionell erschaffenen Sonnenblumensamen aber treten die zu einer Tapete kollagierten Schuldscheine, die Ai Weiwei seinen Unterstützern ausgestellt hatte, als er nur gegen die Zahlung von 1,7 Millionen Euro wegen vorgeblicher Steuerhinterziehung aus seiner schließlich 81tägigen Haft im Jahre 2011 entlassen wurde. Das Geld kam damals in kürzester Zeit durch Spenden zusammen und wurde vom Künstler vollständig zurückgezahlt „I.O.U.“ (I Owe You – ich schulde dir etwas/du hast etwas gut bei mir) spricht durch die Nähe zu den Sonnenblumensamen, an denen 1.800 chinesische Kunsthandwerker mitarbeiteten, die reflektierte und eingestandene privilegierte Lage des Künstlers an.

Trotz Verfolgung, körperlicher und seelischer Demütigungen, Behinderungen und Rückschlägen war es Ai Weiwei schließlich möglich, internationalen Rückhalt und überwältigende Solidarität zu erfahren – ein Faktor, auf den die überwältigende Mehrheit seiner Landsleute nicht zählen kann. Wieder verknüpft der Künstler persönliche Erfahrung, politische Forderungen und ästhetische Aufarbeitung zu einer Gesamtheit, welche die Besucher der Schau in ihren Bann zieht und unmittelbar berührt.

Besonders emotional und von zugleich entwaffnend reduzierter Symbol- und Formensprache ist Ai Weiweis Anklage gegen unkontrolliertes Wachstum und vermeintlichen Fortschritt, der die Menschen längst aus den Augen verloren hat und sie längst nicht mehr zum Inhalt und zum Ziel aller Entwicklungen macht. Aufgrund nachlässiger Bauweise und mangelnder Rücksichtnahme auf die exponierte Lage der Region Sichuan waren nach einem starken Erdbeben im Jahr 2008 ungefähr 70.000 Opfer zu beklagen, darunter geschätzt 5.000 Kinder. Der Künstler hat von 2008 bis 2012 für „Straight“ mit seinen Helfern aus den Trümmern aus den eingestürzten Schulen der Stadt über 160 Tonnen Stahl geborgen, der den Beton hätte festigen und sichern sollen. Nun sind mit den wieder gerade gebogenen Metallstangen sargähnliche hölzerne Transportkisten gefüllt, die – gemeinsam mit den Namen der Kinder an der rückwärtigen Wand – den Saal in ein Mahnmal verwandeln.

Der von S. Gensheimer, D. Krystof und F. Wolf herausgegebene Ausstellungskatalog Ai Weiwei ist im Prestel Verlag auf Deutsch und Englisch erschienen und kostet 32 Euro. 

Details

Beginn:
18. Mai 2019 | 10:00
Ende:
1. September 2019 | 17:00
Veranstaltungskategorie:

Ort

K20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbepl. 5
Düsseldorf, 40213
+ Google Karte anzeigen
Website:
http://www.kunstsammlung.de/startseite.html

Details

Beginn:
18. Mai 2019 | 10:00
Ende:
1. September 2019 | 17:00
Veranstaltungskategorie:

Ort

K20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbepl. 5
Düsseldorf, 40213
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Website:
http://www.kunstsammlung.de/startseite.html