Escortdienstleistungen unter Studenten in Berlin

Die Prostitution als Nebenverdienst für Studierende ist ein tabuisiertes Thema, das in neuerer Zeit stetig an Bedeutung gewinnt. In einer Studie des Studienkollegs zu Berlin aus dem Jahr 2011 wird diese Thematik eingehend beschrieben.

So zeigt die Studie auf, dass knapp vier Prozent der Berliner Studenten in irgendeiner Form der Sexarbeit involviert sind. Der Anteil an männlichen Studenten ist dabei ähnlich hoch wie jener an Frauen. Das Angebot, das von studentischen Sexarbeitern unterstützt wird, ist sehr weitreichend. Angefangen bei SMS-Diensten, über Pornofilme bis hin zu Escortdiensten, Arbeit in Bordellen und Domina-Studios,  finden sich unter den Befragten weitreichende Angebote. Am häufigsten ist jedoch die Prostitution – im engeren Sinne – verbreitet. Etwa 40% der Studenten im Berliner Raum bieten Escort Service inklusive sexueller Interaktion an. Der Escort Service ohne sexuelle Interaktion wird von weniger als 20% angeboten.

Männliche Sexarbeiter unter Studierenden sind, gemäß Nachfrage,  zu etwa 50% homo- oder bisexuell veranlagt (Kontrollgruppe: 14%). Erklärt wird dies durch den Umstand, dass der überwiegende Großteil der Kundschaft männlich ist, und zwar unabhängig davon, ob die Dienstleistungen von einer Frau oder einem Mann angeboten werden.

Als Motivation zur Sexarbeit steht bei den meisten Studienteilnehmern der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Je nach angebotener Dienstleistung kann eine Studentin im Bordell bei Vollzeitbeschäftigung 5.000 Euro pro Woche verdienen. Im Dominastudio beginnt das Honorar beginnend bei einer Stunde und 220 EUR – so die Befragten. Unabhängig von der Dienstleistung liegt der mittlere Stundenlohn unter den Befragten bei 115 Euro. Das Geld ist jedoch nicht die einzige Motivation, die Studenten Sexarbeit wählen lassen. Genannt werden ebenfalls – wenn auch im weitaus geringerem Ausmaß – die Suche nach neuen Erfahrungen oder das Ausleben der eigenen sexuellen Neigungen. Die Umfrage hat ebenfalls ergeben, dass Sexarbeiter unter Studenten ihr Studium signifikant häufiger selbst finanzieren, während in der Kontrollgruppe die Finanzierung durch die Eltern oder ein Stipendium im Vordergrund stehen. Auch ist die Rate an Verschuldungen in der Gruppe der Sexarbeiter deutlich höher. Ob dieser Umstand die Sexarbeit unter Studierenden fördert, oder ob sie eine Folge davon ist, lässt die Studie jedoch offen.

Begleitservice – eine Dienstleistung der Moderne?

In den Medien wird viel über Begleitagenturen, Begleitservice, Escortagenturen und Escortservice berichtet. Geschichten von jungen Frauen die sich ihr Studium finanzieren oder von hübschen Akademikerinnen welche diesen erotischen Nebenverdienst lustvoll betreiben.

Aber gibt es diese Art des Begleitservice erst seit dem letzten Jahrhundert? Nein. Die Geschichte des Escorts – der Escortdamen – ist älter als man denkt. In den nächsten Tagen stellen wir Ihnen an dieser Stelle die griechischen Hetären, die japanischen Geisha und die europäischen Mätressen vor. Eines haben diese erotischen Begleiterinnen alle gemeinsam – sie waren gebildete und angesehene Frauen.

Hetären (griechisch „Gefährtin“)

Kennen Sie die Kaiserin Theodora? Auch sie gehörte zu dem ausgewählten Kreis der Begleitamen in der griechischen Antike. Diese Damen mussten bewandert sein in der Kunst des Singens und Tanzens. Sie mussten parlieren und sinnlich ringen können. Viele große Politiker, Philosophen und Dichter nahmen die Dienste der Hetären in Anspruch und ließen sich durch sie auf unterschiedlichste Art unterhalten.

Es war üblich die Damen mit beachtlichen Geschenken zu entlohnen: So brachten es die „angesagtesten Hetären“ tatsächlich zu einem beachtlichen Vermögen. Es rankten sich Mythen und Legenden um die schönen Begleitdamen – die Escortdamen – der Antike.

Nehmen wir zum Beispiel die Hetäre Phryne: Sie wurde der Gottlosigkeit angeklagt, da sie behauptete, dass ihre Schönheit mit der der Göttin Aphrodite mithalten könne. Der Prozess wurde zu einem großen Skandal in Griechenland. Die vor Gericht gestellte Schöne sollte ihren nackten Körper als Beweis den Blicken der Richter freigegeben haben. Daraufhin wurde Sie freigesprochen.

In einer andern Geschichte soll einer Ihrer Liebhaber – der Politiker Hypereides (389–322 v. Chr.) – ihr das Gewand vom Leibe gerissen haben und so einen Freispruch erzwungen haben.

Ein bekanntes Gemälde dazu hängt in der Hamburger Kunsthalle.