Guy Bourdin, Vogue Paris 1975, Chloé-Kollektion Frühjahr/Sommer 1975
© Guy BourdThe Guy Bourdin Estate, 20The Guy Bourdin Estate, 2017 / Courtesy A + C

Versatile Weiblichkeit: Maison Chloé eröffnet in Paris

Ab Juli 2017 gibt es ein neues Kultur-Highlight in Paris: Das französische Luxus-Modehaus Chloé eröffnet einen fünfstöckigen Kunst-Tempel, der sich sowohl der Geschichte der Marke widmet, aber auch als Ausstellungsraum fungiert. Dort werden die Werke der Künstler gezeigt, die eng mit Chloé zusammenarbeiten. Die multifunktionale Maison Chloé beherbergt Markenarchive und Showrooms sowie ein Fotostudio. Das wunderschöne Ausstellungsgebäude aus der Haussmann-Ära befindet sich im gehobenen 8. Arrondissement von Paris, unweit vom Chloé-Hauptquartier in der Avenue Percier.

Neben temporären Ausstellungen, ist zusätzlich eine Dauerausstellung zu sehen, die die Geschichte des Hauses beleuchtet. Dort erhaschen Modeliebhaber beispielsweise einen Blick auf Originalzeichnungen des früheren Chloé-Chefdesigners Karl Lagerfeld. Im fünften Stock befindet sich das Archiv der Marke, welches von Gaby Aghion im Jahre 1952 gegründet wurde. In dieser konservativen Dekade galt Aghion als Feministin der Mode. Mit Chloé versuchte sie ein modernes Bild von Femininität zu prägen, das aus Weiblichkeit selbst heraus entsteht und immer divers ist. Inspirieren ließ sich Aghion dabei häufig von ihren zahlreichen Reisen und den Erfahrungen mit fremden Kulturen.

„Die Marke der Öffentlichkeit zugänglich machen“

Dass Luxusmarken sich kulturell betätigen und Ausstellungen in hauseigenen Museen kuratieren, ist ein Trend, der bereits seit Jahren anhält. Bekannte Beispiele sind die Marke Louis Vuitton mit der Fondation Louis Vuitton oder Prada mit der Fondazione Prada. Neu im Fall der Maison Chloé ist, dass die dort gezeigten Ausstellungen einen direkten Bezug auf die Historie des Hauses nehmen.

Die von Judith Clark kuratierte Eröffnungsausstellung ist Guy Bourdin gewidmet: Unter dem Titel „Femininities – Guy Bourdin“ zeigt die Maison Chloé mit Bourdins Fotografien unterschiedlichen Schattierungen von Weiblichkeit, ganz im Geiste Gaby Aghions. Bourdin gilt als Jahrhundertfotograf und prägte das Bild von weiblicher Sexualität und Femininität wie kaum ein anderer. In der Geschichte Chloés, ist er der Fotograf, der am häufigsten für das Modehaus gearbeitet hat.

Wichtiger denn je, scheint es aktuell zu sein, die Ausrichtung der Marke Chloé zu definieren: Die neue Kreativdirektorin Natacha Ramsay-Levi arbeitet an ihrer ersten Kollektion und noch niemand weiß, welche Richtung sie einschlagen wird. Mit dem Projekt Maison Chloé will das Haus definieren, wer und wie Chloé als Marke sein will und an welchen Typ Frau sie sich richtet. Gaby Aghions Antwort hieße natürlich: An viele unterschiedliche Frauen! Maison Chloé wird am 2. Juli eröffnet und fällt mit dem Beginn der Haute Couture Schauen in Paris zusammen.

Die Ausstellung „Femininities – Guy Bourdin“ ist vom 3. Juli bis zum 3. September im Maison Chloé (28 Rue de la Baume in Paris) zu sehen.