NIE GESEHEN, NACKT AM POOL:

Testino, Newton & Pigozzi zeigen, wie es geht!

Glamour, Opulenz und Celebrities: Diese drei Schlagworte vereinen sowohl Helmut Newton, Mario Testino als auch Jean Pigozzi in ihrem jeweiligen Œuvre. Nur wenige Fotografen haben die Sujets der zeitgenössischen Modefotografie so sehr geprägt, wie diese drei Meister. Ab Juni 2017 präsentiert die Helmut Newton Stiftung eine Ausstellung mit den Werken der drei  Portrait- und Modefotografen, die zu Lebzeiten eng miteinander befreundet waren.

helmut newton

© Helmut Newton Stiftung 

Mario Testino. Der Fotograf gilt als einer der einflussreichsten Mode- und Portraifotografen unserer Zeit. Seine Fotografien erscheinen in internationalen Zeitschriften wie der Vogue, dem V Magazine oder der Vanity Fair. Er war es, der Kate Moss erst zu einer Ikone der Modelszene etablierte und sie in den 90ern zum Star am Modehimmel machte. Außerdem schafft er es immer wieder, emblematische Bilder für Mode- sowie Beautyhäuser wie Gucci, Burberry und Versace sowie Chanel, Estée Lauder und Lancôme zu kreieren und diese zum Erfolg zu führen.

Im ersten Teil der Ausstellung wird Testinos Installation „Undressed“ präsentiert: Dort werden Mode- und Aktfotos gezeigt, die sich mit unserem Lieblingsthema, nämlich dem des Entkleidens, beschäftigen. Fünfzig, teilweise noch unveröffentlichte Studioporträts, sind dabei in Raumhöhe in den Sälen der Ausstellung befestigt. Für diese außergewöhnliche Präsentationsform habe man sich entschieden, weil sie den Raum mit Körpern und Emotionen ausfüllt, die in Testinos Werk und in der Ausstellungshistorie ohne Vergleich und Vorbild seien, betont die Helmut Newton Stiftung.

Der Meister der kunstvollen Nacktheit

Von Helmut Newton werden Originalabzüge unterschiedlichster Formate aus dem Archiv der Stiftung unter dem Titel „Unseen“ gezeigt, die, wie es der Name bereits ankündigt, teilweise noch unveröffentlicht sind. Darunter befinden sich Portraits von Schauspieler Jeremy Irons im Londoner Hotel Ritz und – vielleicht weniger glamourös aber optisch durchaus reizvoll –  posiert Schwimmer Michael Gross in einem Dortmunder Schwimmstadion.

Als hätte er seinen Unfalltod 2004 vorausgeahnt, vollzog Helmut Newton noch im Jahre 2003 die Gründung der Helmut Newton Stiftung, um das Erbe seiner Fotografie-Kunst am Leben zu erhalten und anderen Fotografen eine Plattform für ihre Kunst zu bieten. Die Stiftungsräume verteilen sich über zwei Etagen des ehemaligen Landwehrkasinos in Berlin, unweit des „Bahnhof Zoo“. Berlin war als Stiftungsort nicht zufällig gewählt, denn Newton (damals trug er noch den Nachnamen „Neustädter“) lebte, bis er 18 Jahre alt war, in der Stadt, die ihm noch bis zum Ende seines Lebens viel bedeutete. 1938 floh er vor den Nazis nach Australien.

Pool Party mit Weltstars 

Mit Jean Pigozzi feiern wir in der Ausstellung eine Poolparty. Springen Sie mit Excellent Escorts hinein ins Vergnügen und bestaunen kleinformatige Aufnahmen, die wie private Schnappschüsse wirken. Sie wurden allesamt an Pigozzis Swimmingpool in Cap d’Antibes fotografiert. Dort entspannten zahlreiche Prominente wie Mick Jagger, Bono, Liz Taylor und Naomi Campbell…aber auch Helmut Newton mit seiner Frau June.

Jean Pigozzi begann bereits als Jugendlicher seine Leica-Kamera bewusst einzusetzen und pflegte einen tagebuchartigen Stil. So dokumentierte er mit intensiven Beobachtungen das Leben der Upper Class. Pigozzi zeigt das Personal seiner anspruchsvollen „Schnappschüsse“, die maßgeblich von Kollegen wie Robert Frank und Helmut Newton beeinflusst sind, offen und intim. Unter den Portraitierten sieht man Freunde wie Andy Warhol, Anjelica Huston oder Diane von Fürstenberg. Pigozzi erscheint oft selbst in seinen eigenen Fotografien und bekräftigt damit die Rolle der Kamera als Werkzeug, um mit der Welt in Verbindung zu treten.
Zur Ausstellung erscheint der begleitende Katalog „Mario Testino. Undressed“ im TASCHEN-Verlag. Die Publikation „Johnny Pigozzi. Pool Party“ erschien 2016 im New Yorker Rizzoli Verlag.

Informationen zur Ausstellung

Eröffnung: Freitag, 2. Juni 2017, 20 Uhr
Laufzeit: 3. Juni – 19. November 2017

Helmut Newton Stiftung
Museum für Fotografie
Jebensstraße 2, 10623 Berlin
www.helmutnewton.com