• Luxus Tee

Luxus-Fermentation: Abwarten und Tee trinken

Hochwertige Zutaten machen Produkte teuer. So weit, so nachvollziehbar! Doch gehören Panda-Ausscheidungen auch zu solch exklusiven Zutaten? An Yanshi, einst Geschäftsmann und Kalligraphie-Lehrer aus der Provinz Sichuan in Südwestchina, ist jedenfalls der Meinung, dass Panda-Exkremente seinen Tee hochwertiger und vor allem teurer machen. Der Chinese hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue Teesorte auf den Markt zu bringen. Dieser wird allerdings nicht auf traditionelle Art und Weise hergestellt, sondern mit Hilfe der Ausscheidungen von Pandabären gewonnen.

Aber Halt, bevor Sie angewidert wegklicken: Die Ausscheidungen der Bären gelangen natürlich nicht direkt in den Tee, sondern dienen lediglich als Dünger für die Teepflanzen. Der „Spezialdünger“ soll den Tee nämlich besser wachsen und gedeihen lassen. Pandabären ernähren sich ausschließlich von Bambus, der, ähnlich wie grüner Tee, Inhaltsstoffe zum Schutz vor Krebs enthalten soll. Seine ungewöhnliche Idee hat sich der findige Tüftler angeblich sogar patentieren lassen.

Kleine Teekunde für echte Liebhaber

Als ein wichtiger Qualitätsindikator von Tee gilt der Blattgrad, der mit einer Buchstaben-Zahlenkombination, zum Beispiel FTGFOP1S angegeben wird. Gleichzeitig lässt sich daran die Grobheit der Teeblätter ablesen. In absteigender Folge unterscheidet der Experte herstellungsbedingt zwischen Blatt-Tee, Broken, Fanning und Dust-Tees. Nach dem Trocknen der Teeblätter werden diese gesiebt und der Größe nach verpackt. Zwischen den Tee-Blättern der drei größeren Grade, also Blatt, Broken und Fanning kann qualitativ kaum unterschieden werden. Dust-Tee (dt. Teestaub) ist allerdings von minderer Qualität und auch geschmacklich schlechter. Sie finden ihn oft in Kombination mit Fanning in Teebeuteln wieder.

Physikalisch nachvollziehbar: Je kleiner das Tee-Blatt, desto kräftiger das Tee-Ergebnis. Denn die kleineren Blattgrade werden beim Aufbrühen intensiver mit Wasser umspült, dadurch setzt sich das Koffein schneller frei. Falls Ihnen also der Sinn nach einem beruhigenden Tee steht, brühen Sie lieber Tee mit einem höheren Blattgrad auf, sonst liegen Sie wach. Falls das jedoch Ihr Ansinnen ist, weil Sie…sagen wir mal… Besuch von einer reizenden Excellent Escorts Lady erwarten, greifen Sie ruhig zu feinblättrigem Tee und die Nacht gehört Ihnen.

Auch bei Tees gibt es, ähnlich wie bei alkoholischen Getränken, regelrechte Raritäten. Der Champagner unter den Teesorten ist der sehr seltene Weiße Tee. Der Star unter diesen Spezialitäten ist die Sibernadel, chinesisch Yin Zhen. Dieser Weiße Tee wird nur an zwei Tagen im Jahr gepflückt und zwar nur die Blattknospe und das jüngste Blatt eines Strauches. Für einen Kilo Tee werden Preise zwischen 150 bis 300 Euro veranschlagt.

„Tee erleuchtet den Verstand, schärft die Sinne, verleiht Leichtigkeit und Energie, vertreibt Langeweile und Verdruss“.

Chinesisches Sprichwort

Zurück zum Panda-Tee. Noch ist nicht klar, ob das Gebräu Tee-Liebhaber aus aller Welt überzeugen wird. Die erste Ernte steht noch aus, die Preise dafür sind allerdings schon gesetzt: Ein Pfund Tee der Premieren-Ernte soll 219.000 Yuan (umgerechnet 25.000 Euro) kosten. Auch für diesen ungewöhnlichen (und vor allem) hohen Preis hat der Tee-Produzent eine Erklärung. In China symbolisiert die Zahl 9 ein langes Leben, während die 21 für das 21. Jahrhundert steht. Falls Ihnen dieser Preis die Tränen in die Augen treibt, oder Sie schlicht und ergreifend nicht bereit sind, so viel Geld für Tee auszugeben, warten Sie doch auf die zweite Ernte. Das Pfund soll dann nur noch rund 2.300 Euro kosten – ein Schnäppchen.

Wir halten es bis dahin mit dem englischen Schriftsteller und Dramatiker John Galsworthy:

„Tee zu servieren,
zeugt von Geschmack für das Erlesene,
denn Tee macht gesellig und höflich,
er ist anregend und bescheiden.“