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Gallery Weekend Berlin: Artifizielle Frühlingsgefühle

Der Kunstfrühling 2017 beginnt mit einem Paukenschlag! Leider mit keinem sensationellen die Kunst betreffend, sondern mit der terminlichen Überschneidung von Gallery Weekend Berlin und der Mutter aller deutscher Kunstmessen, der Art Cologne.

Vom 28. bis zum 30. April 2017 zeigen Berliner Galeristen während des  Kunstwochenendes eine umfassende, historische und zeitgenössische Werkschau. Sie gilt als Startschuss in ein besonderes Kunstjahr 2017: Nach zehn Jahren eröffnen im Sommer die documenta, die Biennale in Venedig und die Skulptur Projekte Münster innerhalb von zwei Monaten.

Mittlerweile gilt das hauptstädtische Kunstwochenende als Magnet für Künstlerinnen und Künstler, Sammlerinnen und Sammler sowie Kunstkenner, aus aller Welt, die anreisen um die Berliner Kunstszene aufzusaugen. Auch in diesem Jahr werden Besucher aus Russland, China oder den USA erwartet. Die rund 47 Berliner Galerien zeigen eine Mischung aus Einzelausstellung und gesellschaftlichem Ereignis. Dabei präsentieren sie ihre Künstler sehr individuell und mit hohem Aufwand. Hinter dem Event steht eine private Initiative Berliner Galerien, die vor 13 Jahren beschloss, Synergien zu bündeln.

Die Werkschau etablierter Künstlerinnen und Künstler sowie Newcomer, verteilt sich über ganz Berlin: BlainSouthern etwa zeigt Jonas Burgert, Katja Strunz gibt es bei Contemporary Fine Arts zu sehen, die berühmte Leipziger Galerie Eigen + Art von „Judy“ Lybke präsentiert Olaf Nicolai, die Galerie König zeigt Anselm Reyle und Angela Bulloch wird bei Esther Schipper protegiert.

Werfen Sie am besten eine Münze

Doch schauen wir ins Rheinland: Die Art Cologne 2017 findet vom 26. bis 29. April statt – und alle, die ihren Kalender im Blick haben, werden die Terminkollision mit dem Gallery Weekend Berlin bemerken. Zwei der wichtigsten Kunstmarktveranstaltungen finden fast zeitgleich statt. Kunstinteressierte, Sammlerinnen und Sammler, vor allem Galeristinnen und Galeristen fragen sich zu Recht, ob die Überschneidung beider Veranstaltung wirklich hätte sein müssen. Die Begründungen: Schulferien und  Terminkollisionen mit anderen Messen in den Kölner Hallen, wirken an den Haaren herbeigezogen. Beide Veranstaltungen drohen ernsthaft, Schaden zu nehmen, was wohl kaum im Interesse der Macher sein dürfte.
Köln oder Berlin – zu dieser Entscheidung sehen sich zahlreiche deutsche Galeristen und Kunsthändler in diesem Jahr gezwungen. Natürlich belebt Konkurrenz das Geschäft, aber bei allem Wettstreit gilt es als ungeschriebenes Gesetz, Termine von Kollegen zu respektieren und sich nicht auf tradierte Daten zu setzen. Besonders für die Galerien, die regelmäßig an beiden Kunstveranstaltungen teilnehmen, ist die Entscheidung ausgesprochen unglücklich, weil massive logistische und zeitliche Probleme zu erwarten sind.

Verlust an Renommee und an Kundschaft

21 der 47 Berliner Galerien, die am Gallery Weekend 2016 teilgenommen haben, zeigten im selben Jahr auch auf der Art Cologne. 2017 auf beiden Veranstaltungen zu präsent zu sein, ist nahezu unmöglich. Auch global betrachtet, dürfte die Gemengelage den deutschen Kunstmarkt stark schwächen. Sicher, man könnte argumentieren, dass Sammlerinnen und Sammler aus Übersee nicht zweimal innerhalb eines Monats nach Deutschland reisen und mit der Zusammenlegung Synergien gebündelt werden können. Allerdings: Köln und Berlin liegen eine halbe Tagesreise auseinander, was an den wichtigen Vernissage-Tagen eine Zweiteilung erfordert, die nicht zu leisten ist.
Es gibt Tage, die sind anders als andere: Nämlich interessanter, spannender und bestenfalls mit Kunst gefüllt. Wir hoffen Sie müssen sich im April nicht quälen und können sich guten Gewissens für eine Stadt entscheiden. Sollte Ihre Wahl auf die Hauptstadt fallen, freuen wir uns, Ihnen eine charmante und kunstinteressierte Excellent Escorts Begleitung zur Seite stellen zu können. Auf unserer Website finden Sie außerdem Empfehlungen für luxuriöse Hotels und Sterne-Restaurants in Berlin.

Alle teilnehmenden Galerien und Künstler finden Sie auf der Website des Gallery Weekend Berlin. Damit sich der Ausflug auch richtig lohnt und die Wahl der Ausstellungsorte noch schwieriger wird, öffnen auch institutionelle Veranstaltungsorte wie das Museum Berggruen oder der Hamburger Bahnhof. Auch private Sammlungen wie die Sammlung Boros oder der Me Collectors Room öffnen ihre Türen und präsentieren sich.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, das wusste schon Karl Valentin. 2017 besteht die Arbeit aus Logistik- zumindest als Besucher des Gallery Weekend Berlin und/oder der Art Cologne. Ich für mich habe beschlossen, Berlin vorzuziehen.