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„Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer“…

…so sang es zumindest Jim Kopf. Zugegeben, zwei Berge finden sich auf Motu Tane, der bezaubernden Privatinsel im Pazifischen Ozean, tatsächlich nicht. Allerdings entschädigt der atemberaubende Blick auf die Erhebungen von Bora Bora ausserordentlich für den Verlust. Auf Motu Tane herrscht die atemberaubende Farbe „Kokospalmengrün“ vor, umrandet von strahlend weißem Südseesand und einem traumhaften Ozean, der in allen erdenklichen Blau- und Türkistönen schimmert. Es gibt sie also doch… die Südsee von Gaugin, die der Maler auf seinen zahlreichen Bildern erfand, die jedoch nicht ganz das Tahiti widerspiegelten, welches er seinerzeit vorfand und das die Welt der Kunst vollkommen begeisterte. Insulanerinnen zu malen, vielmehr Exotinnen, dunkelhäutige Frauen…das war zur damaligen Zeit eine absolute Revolution.

Mit genügend Kleingeld in der Tasche, können Sie die Insel Motu Tane jetzt kaufen und so ruhig und zurückgezogen leben, wie der Maler es sich nach seiner Flucht aus Frankreich gewünscht hatte. Die „glücklichen Bewohner eines unbeachteten Paradieses in Ozeanien kennen vom Leben nichts anderes als seine Süße. Für sie heißt Leben singen und lieben“, schrieb er Ende 1890 dem dänischen Maler Jens-Ferdinand Willumsen.

Hat nicht jeder von uns schon einmal von einer eigenen Insel in warmen Gefilden geträumt? Falls Sie diesen Wunsch in die Tat umsetzen möchten, sollten Sie sich beeilen, denn immer mehr Vermögende kaufen sich ein Eiland als privaten Rückzugsort. Noch haben Sie die Chance Motu Tane zu kaufen. Bislang konnte die Insel von Urlaubern mit gut gefüllter Reisekasse für Luxusurlaube gemietet werden. Jetzt soll die 40.000 Quadratmeter große Insel jedoch einen neuen Besitzer finden, darum kümmert sich das Auktionshaus Sotheby’s.

Sanierung des Paradieses

Die kleine Insel im Ringatolls Französisch-Polynesiens, unweit von Bora Bora, liegt mitten in der Südsee. Sie gilt als eine der exklusivsten Mietinseln der Gegend. Im Jahr 2000 kaufte Kosmetik-Mogul Francois Nars das Eiland und baute es mit großem Aufwand um. Zuvor lebte hier der Polarforscher, Ethnologe und Schriftsteller Paul-Émile Victor mit seiner Frau Colette Faure und Sohn Teva. Er starb 1995 im Alter von 87 Jahren.

Die Insel erhielt nach dem Umbau durch Nars einen riesigen Luxusbungalow mit 2.500 Quadratmeter Wohnfläche. Dieser bietet allen erdenklichen Luxus, fügt sich aber trotzdem fließend in die Natur der Insel ein. Um die spektakulären Sonnen-auf und -untergänge ausgiebig genießen zu können, wurden auf beiden Schauseiten der Insel ebenfalls Bungalows erbaut.

Mit 20 Ihrer besten Freunde oder der Großfamilie, ist die Insel allerdings voll belegt. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Monate Mai bis November, zwischen Dezember und April anzureisen, ist eher nicht ratsam, weil starke tropische Regenfälle die Freude am Aufenthalt extrem schmälern dürften. Die Reise nach Motu Tane lässt sich am besten von Los Angeles aus angehen, die Filmmetropole ist international hervorragend angebunden. Von dort aus fliegen sie weiter nach Papeete auf Tahiti. Für Menschen mit Zeit und Muße eignet sich der 45-minütige Bootstransfer zur Insel. Alle, die schneller ans Ziel gelangen wollen, fliegen von Papeete nach Bora Bora und setzen binnen zehn Minuten mit einem Boot auf die Insel über.
Der reetgedeckte Hauptbungalow beherbergt zwei separat zugängliche Mastersuiten, ausgestattet mit einem Schlafzimmer mit Kingsize-Bett, Wohnraum und Badezimmer mit eingelassener Lava-Badewanne. Ein circa 230 Quadratmeter großer Raum im Hauptbungalow kann als Veranstaltungsort genutzt werden. Seine Türen schließen sich automatisch bei Wind oder tropischem Regenfall. Weiterhin existieren ein Esszimmer mit zwei großen Tischen, eine mit polynesischer Kunst dekorierte Bibliothek und eine mit modernster Technik ausgestattete Küche.

Kostet was, lohnt sich aber!

…was ohnehin auch ein guter Slogan für diese Agentur sein könnte…Hüttenkoller ist auch auf der rund 39 Quadratmeter kleinen Insel nicht zu befürchten. Ihre Gäste nächtigen in neun geschmackvoll, im afrikanischen Stil dekorierten Strandbungalows, die über die gesamte Insel verteilt sind und über je ein Kingsize-Bett verfügen. Natürlich, essen muss der Mensch, auch wenn man meinen könnte, Südseeluft allein würde ausreichen. Im Mietpreis der Insel sind selbstverständlich alle Mahlzeiten und Getränke enthalten und werden im Esszimmer des Haupthauses serviert. Falls sie am Strand unter schattenspendenden Kokospalmen lunchen oder dinieren möchten, Ihnen evtl. der Sinn nach einem Barbecue oder einem romantischen Fackel-Dinner steht, ist auch dies problemlos möglich.

Sie gehören zu den Menschen, die auch im Urlaub aktiv sein wollen? Dann bietet die Insel alles, was das Sportlerherz begehrt: Sie können Jet-Ski fahren, Schnorcheln, Tauchen, Wale und Delphine beobachten oder sich im Fitnessraum auspowern. Und falls Sie doch nur Ihre Augen ausruhen und die Seele beruhigen möchten, reicht der Blick über das türkisfarbene Meer, welches sich in changierenden Ringen um die Insel zieht.

François Nars beauftragte eigens den französischen Designer Christian Liaigre mit der Umgestaltung der Insel. Dieser ließ den Kokospalmenbestand deutlich aufrüsten und so ist jeder Bungalow auf Motu Tane von hunderten von Palmen umgeben. Nars konnte als Unternehmer freilich nicht durchgehend in der Südsee entspannen. Wenn die Insel also frei war, konnte sie für 25.000 US-Dollar am Tag gemietet werden. Klingt im ersten Moment gewaltig, im Verhältnis zum Kaufpreis, kann die Miete jedoch fast als Schnäppchen bezeichnet werden.

Als Käufer müssten Sie rund 39 Millionen Euro, also rund 42 Millionen US-Dollar aufbringen, um Motu Tane zu erwerben. Zum Vergleich: Die meisten Privatinseln kosten zwischen einer und zehn Millionen Euro. Sie befinden sich nach Erwerb der Insel übrigens in bester Gesellschaft. Milliardär Richard Branson schaffte sich Necker Island an, Star-Magier David Copperfield zauberte sich Musha Cay in seinen Besitz. Und vielleicht rufen auch Sie bald aus: „Aita pea pea!“ Den lokalen Ausruf, der „keine Sorgen“ bedeutet…wäre doch ganz schön.