Mätressen – Einflussreiche Frauen der Geschichte

Außereheliche sexuelle Beziehungen gibt es vermutlich ebenso lange wie die Ehe selbst. Bereits unter dem Herrscher des Fränkischen Reiches, Karl des Großen war es üblich Liebhaberinnen zu unterhalten. Ähnlich wie im Mätressentum der Frühen Neuzeit hielten die Beziehungen oft über Jahre und Jahrzehnte, waren aber noch weit vom institutionalisierten Mätressentum entfernt. Der Begriff Mätresse setzte sich erst im 17. und 18. Jahrhundert als Bezeichnung für eine Geliebte durch.

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Bedeutung des Wortes. Verstand man in der Renaissance unter einer Mätresse eine besonders anziehende Frau, ging es den Damen im Absolutismus, und oft auch deren Ehemännern um politischen Einfluss und eine Karriere bei Hofe. Die Mätressen waren seinerzeit sehr mächtig und nutzten ihren Einfluss auch aus. Heute gibt es sicherlich noch immer Mätressen, doch die Gegenwart tut sich schwer damit. Mit dem Begriff wird heute eher abwertend die Geliebte eines verheirateten Mannes bezeichnet.

Das Wort Mätresse kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt Meisterin, Lehrerin oder Hausherrin. Als historischer Begriff in Europa kursierten maîtresse en titre, Titularmätresse, maîtresse regnante, regierende Mätresse oder auch offizielle Mätresse. In der höfischen Gesellschaft waren Mätressen oft mehr als nur die Geliebte des Königs. Sie waren ein Politikum oder sorgten zumindest für Aufruhr auf dem politischen Parkett. Ehen und Beziehungen waren nicht wie heute rein private Vergnügen, sondern oft Zweckgebunden.

Wir haben uns für Sie umgesehen, wegen der Vielzahl an Damen und amourösen Verbindungen leider nur exemplarisch und versprechen Ihnen eine aufregende Reise durch die Jahrhunderte, solange bis der bürgerliche Puritanismus dem Mätressentum einen Strich durch die Rechnung machte.

Renaissance und Absolutismus – Geliebte im Dienste ihrer Majestät

Insbesondere die Tudors, die englischen Könige der Renaissance, die von 1485 bis 1603 herrschten, waren berühmt für ihre Mätressenwirtschaft. Heinrich VIII., oft und in vielerlei Hinsicht von Willkür getrieben, ehelichte gleich mehrere seiner Geliebten. Doch erst im Absolutismus brach die große Zeit des Mätressentums an. Eine Maîtresse en titre zu werden galt als die Aufstiegsmöglichkeit für Frauen von niedrigem Stand, sei es aus Adel oder Bürgertum. Das alles geschah oft mit Einverständnis der Königin, der die Mätresse auch offiziell vorgestellt werden musste, bevor sie sich Maîtresse en titre nennen durfte. Das Leben einer Maîtresse en titre war luxuriös, sie bezog Unterhaltszahlungen und bekam eine Wohnung gestellt. Als Gegenleistung lieferte sie Geist, Bildung und Schönheit, um damit den Fokus auf den Hof zu richten.

Auch Kinder entstanden naturgemäß aus diesen Verbindungen, diese hatten in der höfischen Rangordnung eine Vormachtstellung vor allen anderen Adligen. Es bildete sich eine Elite. Während der hohe Adel zu verhindern versuchte, dass die Kinder aus den unehelichen Verbindungen übermächtig wurden, hielten wiederum diese den Adel in Schach. Es entstand ein Spannungsgefüge, welches unterband, dass sich der Adel gegen die Könige vereinen konnte. Bei offiziellem Anlässen traten König, Königin und Maîtresse en titre gemeinsam auf. Die Ehe zwischen König und Königin fußte selten auf Liebe, sondern war oft eine arrangierte Zweckbeziehung zwischen Fürstenhäusern, einzig aus dem Grund durch Zeugung von legitimen Söhnen die Nachkommenschaft zu sichern.

Wer jetzt denkt, Liebe sei die Initialzündung für eine Karriere als Mätresse gewesen, irrt. Sicher verliebte sich der ein oder andere König oder Fürst in eine schöne Frau. Um jedoch offizielle Mätresse zu werden war Liebe nicht genug. Eine Liebesgeschichte hatte aber vielleicht das Potential öffentlich ausgespielt zu werden. Dafür brauchte man eine Partei bei Hofe, die häufig von den Ehemännern der Damen gelenkt wurde. Somit wurden ihre Ehefrauen im besten Falle die mächtigsten weiblichen Günstlinge des Königs und sie selbst gelangten in gehobene Positionen. Fast alle Mätressen waren übrigens erwachsene Frauen und selten jünger als 25 Jahre alt.

Große Frauen, große Männer – Berühmte Mätressen der Geschichte

Die Vermengung erotischer und politischer Elemente, traute Zweisamkeit und Außenwirkung, quälende Eifersucht und dramatische Liebe, das alles eint die folgenden Beziehungsgeflechte quer durch die Jahrhunderte. Die Geschichten und Legenden um Persönlichkeiten der Historie und deren Mätressen faszinieren Menschen noch heute. Vor allem die Schicksale der Frauen, die von rasanten Aufstiegen und tiefem Fall erzählen, ziehen in ihren Bann. Einige der Frauen wurden als Geliebte einer bekannten Persönlichkeit selbst berühmt und sicherten sich einen Platz in der Historie.

Madame de Pompadour – die Geliebte von König Ludwig XV. und heimliche Herrscherin Frankreichs

Jeanne-Antoinette Poisson, besser bekannt unter dem Namen Madame de Pompadour gehört wohl zu den berühmtesten Mätressen der Geschichte. Die von Standes wegen einfache Bürgerliche erlangte als Geliebte von Ludwig XV. großen Einfluss auf die französische Politik. Es gab Zeiten, da wurde ohne ihre Zustimmung keine einzige Entscheidung bei Hofe getroffen.

Die Marquise de Pompadour wurde am 29. Dezember 1721 in Paris geboren und eroberte 1745 das Herz des Königs, der sie zur Marquise machte, der Vollständigkeit halber mit Wappen und eigenem Landsitz. Sie entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer festen Institution bei Hofe, ihr fast unbegrenzter Einfluss erstreckte sich auf das wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Handeln.

Sie behielt den offiziellen Status einer Mätresse bis zum Tod des Königs am 15. April 1764, obwohl die intime Beziehung zwischen den beiden nur sechs Jahre, bis 1751 angedauert hatte. Die Pompadour verfügte über großes diplomatisches Geschick und schaffte es sogar der Königin gefällig zu sein und zu ihrer Hofdame ernannt zu werden. Am Hof knüpfte sie ein engmaschiges Netz von Verbündeten die ihre Stellung sicherten.

Sie schaffte es, den König nicht nur in intimer Hinsicht zu binden, sondern verstand es ebenfalls sein Bedürfnis nach Unterhaltung zu befriedigen. Mit prominenten Künstlern aus Paris sang sie für ihn geistliche Konzerte und Motetten.

Äußerst hinterlistig brachte sie den König dazu, seinen Staatssekretär Jean-Frédéric Phélypeaux, Graf de Maurepas nach 15 Jahren im Amt zu entlassen, indem sie behauptete, er habe sie vergiften wollen. Doch auch die Förderung von Künstlern und Intellektuellen lag ihr am Herzen und so half der Status der offiziellen Mätresse sicher dabei, dem König dafür das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Camilla Parker Bowles und Prinz Charles – Was lange währt, wird endlich gut

Aus England dürfte uns allen die „Ehe zu dritt“ zwischen Prinzessin Diana, Prinz Charles und dessen Mätresse und jetziger Ehefrau Camilla Parker Bowles, geborene Shands bekannt sein. Charles und Camilla lernten sich 1971 kennen, da war Lady Di gerade zehn Jahre alt. Charles verliebte sich auf den ersten Blick in die 21-jährige Camilla. 2005 heiraten beide, nach einem Vierteljahrhundert voller Tragödien und Skandale. Nach über 30 Jahren wurde der längste Seitensprung aller Zeiten endlich legalisiert.

Stellt sich nur die Frage, warum es 35 Jahre dauerte bis beide auch offiziell zueinander fanden? Lord Mountbatten, Charles Großonkel bezeichnete Camilla als „ideales Mätressen-Material“ und riet ihm 1974 sich an ihr die Hörner abzustoßen und danach eine Jungfrau zu ehelichen. Andere sagen, Charles habe mit einem Antrag zu lange gewartet,  wieder andere behaupten Camilla benutzte die Affäre mit Charles um ihren zukünftigen Gatten Andrew Parker Bowles eifersüchtig zu machen, der war nämlich pikanterweise mit Charles‘ Schwester Anne liiert. Die Umstände sind undurchsichtig. Fakt ist: Camilla galt zu dieser Zeit als nicht standesgemäß.

Sie gab die Hoffnung auf Charles jemals heiraten zu können und heiratete 1973 Andrew Parker Bowles, blieb aber durchgängig die Geliebte des Prinzen. Dieser tat wie ihm Lord Mountbatten geheißen hatte und heiratete die 19-jährige Lady Diana Spencer. Camilla belächelte die Verbindung, bis Diana die Affäre von Charles und Camilla 1993 publik machte. Darauf folgten dramatische Jahre, geprägt von Trennungen und Skandalen auf beiden Seiten, die wir alle aus den Klatschspalten kennen. 1997 kam Prinzessin Diana auf tragische Weise ums Leben. Camilla wurde daraufhin vorsichtig von der Mätresse zur royalen Ehefrau aufgebaut.

Alma Schindler – Die Femme fatal der Wiener Kunstwelt

Alma Schindler, die 1879 in Wien das Licht der Welt erblickte und 1964 in New York als Alma Maria Mahler-Werfel starb, war eine, wenn nicht die Lebedame und „Femme fatal“ der Kunst-, Kultur-, und Literaturszene der österreichischen Hauptstadt. Sie war gut befreundet mit vielen berühmten Persönlichkeiten ihrer Zeit wie Leonard Bernstein, Benjamin Britten, Feuchtwanger, Furtwängler, Gerhart Hauptmann, Hugo von Hofmannsthal, Zuckmayer, Ravel, Heinrich und Thomas Mann, Alban Berg, Richard Strauss, Strawinsky und vielen anderen.

Alma war eine komplexe Frau. Sie selbst und einige Zeitgenossen sahen in ihr die schöpferische Muse, die zahlreiche Künstler inspirierte. Klaus Mann verglich sie gar mit den „stolzen und brillanten Damen des französischen grand siècle“ oder den scharfsinnigen Musen der deutschen Romantik.

Erst 17-jährig verdrehte sie dem Maler Gustav Klimt den Kopf, der ihr daraufhin den Hof machte. Mit dem Komponisten Alexander von Zemlinsky hatte sie eine Affäre, bis sie sich 1902 entschied den wesentlich älteren Wiener Operndirektor und Komponisten Gustav Mahler zu heiraten. Aber auch während der Ehe mit Mahler unterhielt sie außereheliche Beziehungen zu Bauhaus Gründer Walter Gropius und dem Maler Oskar Kokoschka. Gropius machte schließlich das Rennen, nach Mahlers Tod ging sie mit ihm die Ehe ein, um sich recht bald wieder scheiden zu lassen und  den Schriftsteller Franz Werfel zu heiraten. Mit Gropius bekam sie eine Tochter Namens Manon, mit Werfel wanderte sie in die USA aus.

Sowohl in Wien, als auch in New York veranstaltete Alma künstlerische Salons und versammelte Intellektuelle, Künstler und Prominente um sich. Vielfach wurde sie von ihren Gästen porträtiert und in Musik-Kompositionen verewigt. Sie selbst betätigte sich ebenfalls künstlerisch, von ihrem Schaffen sind allerdings nur einige Kunstlieder erhalten.

Man gewinnt den Eindruck, besonders Frauen reagieren heftig auf Alma Schindler. Ihre eigene Freundin Marietta Torberg sagte über sie: „Sie war eine große Dame und gleichzeitig eine Kloake.“ Oft wurde sie als herrschsüchtig und materialistisch bezeichnet und stand unter dem Verdacht ihre prominenten Gespielen auszunutzen. „Sie war der schlechteste Mensch, den ich gekannt habe“, erklärte die Schriftstellerin Gina Kaus. Claire Gollschrieb wurde ebenfalls deutlich: „Wer Alma Mahler zur Frau hat, muss sterben“.

Madame de Maintenon und Ludwig XIV. von Frankreich

Wie Gérard Corbiaus Historienfilm „Der König tanzt“ (2000) eindrücklich zeigt, sammelte Ludwig XIV. von Frankreich Mätressen wie andere Leute Geschmeide.

Eine hob sich jedoch deutlich von den zahlreichen anderen Damen ab: Madame de Maintenon, die auch oft als geheime Frau Ludwigs XIV. bezeichnet wird. Françoise d’Aubigné, marquise de Maintenon war die letzte Mätresse des Königs, die er nach dem Tod der Königin Maria Theresia im Oktober 1683 durch eine morganatische Heirat ehelichte. Durch morganatische Ehen konnte der höher stehende Mann, die Liebesbeziehung zu einer Mätresse legitimieren.

Die Maintenon wurde auf Bitten der Maîtresse en titre, der offiziellen Geliebten des Königs Madame de Montespan als Erzieherin ihrer zwei Kinder an den Hof geholt, nachdem Ludwig die Kinder legitimiert hat. Die stets in Schwarz gekleidete Erzieherin gewann schnell das Vertrauen des Königs, was wiederum Madame de Montespan verärgerte. Der regelmäßige Kontakt zu ihr wurde für den König unverzichtbar.

Die ältere Geliebte verfolgte ein höheres Ziel, als nur als bloße Geliebte zu gelten. Sie appellierte an seine religiösen Gefühle des Königs und wollte seine Seele retten. Darauf hin sagte er sich von der Montespan los und kehrte zu seiner Gattin Maria Theresia zurück. Sie besaß nun etwas, was selbst die Höhergestellten im Königreich nicht besitzen: Sie war die Retterin der unsterblichen Seele des Königs. Er dankte es ihr mit Treue bis zu seinem Tod und besuchte sie täglich in ihren Räumen. Der Umstand, dass sie etwas älter war und das unklare Verhältnis zwischen den beiden nach außen hin, führte zu viel Gerede am Hof und in den adligen Kreisen Europas.

Die Forschung geht heute davon aus, dass die Marquise nicht unmittelbar auf die Politik des Königs eingewirkt hat. Sie schaffte es jedoch über den gezielten Aufbau von Vertrauen Einfluss auszuüben.  Sie lenkte die Auswahl von Marie-Anne de La Trémoille als erste Hofdame der jungen spanischen Königin, um darüber aktiv in die Politik am Hof eingreifen zu können. Auch bei den Machtkämpfen zwischen den Bischöfen Bossuet und Fénelon, die um 1690 durch die quietistische Mystikerin Madame de Guyon ausgelöst wurden, spielte die Maintenon eine nicht unbedeutende Rolle.

Das Ende einer Institution

Als sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Bürger gegen die Höfe stellten, rückten Könige und Adel zusammen. Einst hatten die Könige die Mätressen gebraucht, um im Machtkampf gegen den Adel zu bestehen. Offizielle Mätressen wurden fortan nicht mehr benötigt. Die Bürger emanzipierten sich und ihre Lebensweise, wozu im 19. Jahrhundert auch der Einfluss des Puritanismus gehörte. Das höfische Ideal der vollkommenen Frau galt nicht mehr. Die geistreichen und gebildeten Frauen wurden vom Bürgertum rückblickend als simple Huren abgestempelt.

Und heute? Haben wir, wenig glamourös Horst Seehofer und Anette Fröhlich. Und vieles was im Verborgenen bleibt. Seit die Eheschließung keine rein politisch-strategische Entscheidung mehr ist, sondern auch aus Liebe geschieht, hat die Mätresse an Bedeutung eingebüßt. Dass sie auch heute keineswegs abgeschafft ist, zeigt der tägliche Blick in die Klatschgazetten. Im Bereich der Politik wird bei inoffiziellen Liebesaffären meist die Privatsphäre gewahrt. Nur in Bayern hat sich dies offenbar noch nicht herumgesprochen.

Als Nachfolger des bayrischen Königs Ludwig I. sieht sich wohl auch CSU-König Horst Seehofer, der mit seiner außerehelichen Vergnügung vor einigen Jahren für Aufsehen sorgte. Klar sein dürfte, Seehofer kommt nicht an die Komplexität des Bayern-Königs heran und Anette Fröhlich entspricht sicher nicht seiner mondänen Geliebten Lola Montez. Und doch gibt es Parallelen. Wenn Frau Fröhlich plötzlich als

Nutznießerin der bayrischen Filmförderung, Vertreterin der Constantin Film in Berlin wird, ist es ein bisschen wie so, als schenke Ludwig I. Lola Montez ein Palais und macht sie zu Gräfin.

Die meisten Könige  und Sultane hatte mindestens eine, meistens aber mehrere Mätressen und sogar zölibatär lebende Päpste waren vor den verführerischen Geliebten nicht gefeit.

Unsere charmanten, gebildeten und schönen Excellent Escort Damen stehen den Mätressen von damals in nichts nach, außer, dass Sie sich bei uns auf absolute Diskretion und die Vermeidung von Staatsaffären verlassen können.