Birkin-Handbag

© Hermès

Es ist der Traum einer jeden Frau, die auch nur ansatzweise etwas von Mode versteht und es auch als Hobby betrachtet, die Trends der Fashionwelt fast täglich zu studieren . Dabei reden wir nicht wirklich immer über die Gegenwart, sondern auch gerne über Altbewährtes – wie die Birkin Bag. Vielleicht mag das ein oder andere Taschen-Victim mitverfolgt haben: In Hongkong wurde vor kurzem die teuerste Birkin Bag aller Zeiten versteigert und zwar für den sagenhaften Preis von über 205.000 EUR. Dabei handelt es sich gewiss nicht um einen Betrag, den man mal eben so aus der Portokasse zahlt. Nein, nein, das ist bereits ein Investment der besonderen Art. Die „Diamond Birkin“ aus dem Hause Hermès, ihres Zeichens fuchsiafarben, ist eine Sonderanfertigung – wenn Sie so wollen, eine commandè spéciale“-, was natürlich auch bedeutet, dass man sie in keinem Geschäft dieser Welt jemals wiederfinden wird. Die Herstellung einer solchen Tasche ist wahnsinnig zeitintensiv und so sitzen über 12 Sattler und Täschner an einem einzigen Exemplar. Dieses wird irgendwann garantiert zum Sammlerstück und kann jederzeit ganz wunderbar in Luxus-Secondhand-Shops verkauft werden kann, so man der Tasche überdrüssig geworden sein sollte.

Der Weg zum Glück
Ohnehin sind Birkin-und Kelly-Bags nicht offensichtlich in den Regalen der Hermès-Shops ausgestellt. Man sieht sie nicht. Man soll sie auch nicht sehen, sondern muss gezielt danach fragen. So bleibt der Besitz einer solchen Tasche immer etwas Besonderes und Einzigartiges. Das traditionsreiche Haus Hermès sucht sich die Käuferinnen nämlich gezielt und selbst aus, denn die Trägerinnen sind nicht nur Konsumenten im einfachsten Sinn, sondern auch gleichzeitig Werbebotschafterinnen dieser Marke. Sprich, es ist von absoluter Relevanz, dass die zukünftige Eignerin die Merkmale besitzt, die das Haus seit jeher symbolisieren: Klasse, Eleganz und Stil. Dazu gehört natürlich auch das i-Tüpfelchen, das sich nicht weg reden lässt: Ein ausgeprägtes Modebewusstsein und ein Gefühl für elementaren und zeitlosen Chic. Möchte man eine Tasche erwerben, ist es so, dass der Verkäufer den Käufer zunächst genauestens mustert und dann zwei bis drei Taschen zur Auswahl aus dem Atelier hervorholt. Mehr Wahlmöglichkeiten hat man nicht, sondern sucht sich aus dem gebotenen Repertoire ein Exemplar aus. Da eine der gezeigten Taschen immer passt, geht man als zufriedene Kundin aus dem Geschäft, vorausgesetzt, man wurde für „birkinbagtauglich“ gehalten. Der Tag, an dem man solch eine Tasche erworben hat, brennt sich unmittelbar in das Gedächtnis ein und wird stets eine positive Erinnerung bleiben.

Tasche ist nicht gleich Tasche
Benannt wurde die Birkin-Birkin Bag nach der französischen Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin, die evtl. Vielen als Lebensgefährtin von Serge Gainsbourg geläufiger ist oder als Sängerin des zeitlosen Songs „Je t’aime, moi non plus„, den sie zusammen mit ihm zum Besten gab. Lang ist’s her, man schrieb das Jahr 1969 – es war die Zeit der Schlaghosen und des Flowerpowers – Tempi passati. Perdu. Die Birkin Bag wird seit dem Jahr 1984 gefertigt und zwar in so geringer Stückzahl, das sie mittlerweile zum Status- und Luxussymbol avanciert ist. Doch was macht sie nun so attraktiv und verdreht allen Frauen viel mehr den Kopf als ein Mann es jemals zu tun vermag? Sie macht selbst aus der einfachsten Person einen Star, obwohl sie wahnsinnig schlicht ist. Und wer bereits ein „Star“ ist, potenziert die eigene Strahlkraft um ein Vielfaches. Wie kam es nun zum Äußersten? Im Jahre 1981 begegnete der Chairman von Hermès Jean-Louis Dumas eben Jane Birkin, die versuchte, den Inhalt ihrer eben zerrissenen Strohtasche wieder in Ordnung zu bringen. Sie beklagte sich, dass sie seit Jahren einen brauchbaren Weekender aus Leder suche, aber absolut nicht fündig würde. Als Mann der Tat, zeichnete Dumas den ersten Entwurf auf eine Serviette, aus der sich dann das Modell der Birkin-Bag entwickelt haben soll. Seitdem werden die Taschen in der Manufaktur der Rue de Faubourg aufwändig hergestellt – alles auf Anfrage, versteht sich. Reden wir von der kürzlich unter den Hammer gekommenen Luxusversion, lässt sich berichten, dass anstelle von Kalbsleder Leder des Leistenkrokodils verwendet wurde sowie Beschläge aus 18-Karat-Weißgold. Verziert durch zahlreiche Edelsteine,ergibt sich die Summe über sage und schreibe 1,73 Millionen Hongkong-Dollar oder umgerechnet 205.000 EUR. Dass der neue Besitzer ungenannt bleiben möchte, kann man dabei sehr gut verstehen. Ob man es braucht? Vermutlich nicht. Aber die Frage stellt sich nicht, wenn man alles hat und lediglich nur noch Variationen des Luxus‘, den man schon lange kennt, bestehen.

Besser als Aktien – die Tasche als Geldanlage
Wie bereits beschrieben, gehören Birkin Bags zu den beliebtesten Taschen der Welt. Sie sind neben der Tatsache, dass sie besonders chic und zeitlos sind, mittlerweile zum „It-Piece“ avanciert. Durch die Verknappungsstrategie weckt sie wahnsinnige Begehrlichkeiten – einmal ergattert, fungiert sie als Trophäe der Extraklasse, die man fortan kaum mehr aus den Augen lässt. Obwohl die Preise fast absurd sind, hört die Erfolgsgeschichte auch nach fast über 30 Jahren nicht auf und geht gnadenlos weiter. Bis vor kurzem gab es noch Wartelisten, welche jedoch abgeschafft wurden. Um es ganz platt auszudrücken: Jetzt geht es ausschließlich nach Nase, Status, Aussehen, Habitus. Um das Bankkonto geht es nicht immer: Passt man nicht in das „Hermès-Schema“ passt, nutzt einem auch alles Geld der Welt nichts. Kaufwütige Chinesen warten sicher sehr lange auf ein Exemplar. Birkin Bags sind mehr als ein Statussymbol – Mythos umschreibt es eher und gezielter. Preislich bewegt man sich in einer Range zwischen 9.000 und 170.000 EUR, je nach Größe und Material. Es ist nichts, was unerreicht ist. Träume darf man haben – sie werden irgendwann Realität.

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