Aus Romy Schneiders Augen scheint bei den Testaufnahmen zu Henri-Georges Clouzots Film „L’Enfer“ die Hölle. Dann schlägt die Temperatur um, sie blickt lasziv, dann verloren, eksatisch, kindlich und wieder dämonisch. Schließlich weicht sie ins Dunkel zurück, welches sie unheimlich stofflich umschlägt.
Als diese Aufnahmen entstanden, war Romy Schneider erst 26 Jahre alt. Der letzte Teil der Sissi-Trilogie lag sieben Jahre zurück. Ihre Karriere hing ein wenig in der Luft. Schneider musste in der Folge hart kämpfen, um das Image der süßen Marzipan-Kaiserin zu überwinden, um als Schauspielerin, als Künstlerin ernst genommen zu werden.

Was ihr gelang. In den späten 60er und 70er Jahren wird sie zur gefeierten Grande Dame des europäischen Kinos, dreht mit Luchino Visconti, dann vor allem in Frankreich mit Claude Chabrol, Claude Sautet und Andrzej Zulawski, wird zum düsteren Engel des Autorenfilms. Natürlich wieder so ein Klischee. Und natürlich das: Sie verliebt sich in die falschen Männer, verliert ihren Sohn bei einem Unfall, fängt an, zu trinken. Die Tragik ihres Lebens hat sich mit ihrem Werk verbunden, ist längst zum übergroßen Mythos aufgeladen.

„L’Enfer“ aber sollte nie erscheinen, obwohl es eine cineastische Sensation werden sollte. Der Hauptdarsteller Serge Reggiani verlässt fluchtartig das Set (Clouzot überzog den Drehplan und war am Set selbst stets herrisch und wegen seines autoritären Gebarens nicht besonders beliebt). Clouzot erleidet einen Herzinfarkt. Die Testaufnahmen, auf denen die Schneider so unergründlich schaut, verraten aber dies: Der Blick der Kamera ist ein männlicher, die Inszenierung eine Sublimation der männlichen Lust. Einmal kommt Clouzot ins Bild und nimmt Schneider bei der Hand, fasst sie an den Hals, den Rücken. Sie lässt das alles zu, lächelt. Dahinter aber, hinter diesem Lächeln, da lodert eine Traurigkeit, die später ganz von Schneider Besitz ergreifen sollte. Wer einmal „L’Enfer“, einmal die Hölle gesehen hat, der weiß, wohin die Reise geht.

Excellent Escorts meint: Es gibt nur wenige Schauspieler, die einen so derart in den Bann ziehen und fesseln. Große Namen, die große Fußspuren hinterlassen haben. Mich fasziniert diese unglaubliche Tragik in dieser Person: Dann hat man alles und dann doch wieder nicht, rennt von einer Katastrophe in die nächste, denkt immer wieder, dass die Liebe einen rettet, was sie mitnichten tut. Wie ist es, ständig auf der Suche nach sich selbst, nach innerer Zufriedenheit und privatem Glück zu sein? Rastlos. Dann, wenn Geld keine Rolle mehr spielt und man längst ausgesorgt hat. War es nicht eine tragische Verbindung? Romy Schneider und der damals sehr gut aussehende Alain Delon. Erinnern wir uns an Filme wie „Swimmingpool“. Beide jung, attraktiv, um die Wettte spielend und dann doch kreuzunglücklich miteinander und getrennt.
Ihre Beziehung, die 1958 begann, war legendär. Als die 20-jährige Romy nach Paris ging, um sich auf den Film »Christine« vorzubereiten, war sie der europäische Filmstar, Alain mit seinen 23 Jahren ein talentierter, aufstrebender Schauspieler. Als der Film in Wien mit Schneider und Delon gedreht wurde, flogen die Funken. Romy zog nach Paris, lernte Französisch, genoss jede Sekunde ihres glamourösen Daseins an der Seite ihres Alain. Im Buch »Ils se sont tant aimés« von Philippe Barbier und Christian Dureau, an dem Delon mitgearbeitet hat, öffnet sich der Schauspieler wie nie zuvor: „Wir haben uns blind verstanden. Wir sprachen dieselbe Sprache. Ich bin sicherlich der Mann, der sie am besten verstanden hat!“ Liebe und Hass, Begierde, Leidenschaft und dann wieder eine übergroße Abweisung. All das liegt stets ganz nah beieinander und ist oft bei Paaren zu finden, die ähnlich stark sind, ähnlich attraktiv, ähnlich intelligent, ähnlich ehrgeizig und ähnlich begehrt. Spontan dazu fallen mir natürlich auch Liz Taylor und Richard Burton ein – ein ständiges Hauen und Stechen, Trennungen und dann wieder Versöhnungn. Aber ist das nicht auch wieder sehr faszinierend? Ist das nicht das Leben? So lange es Emotionen gibt, lebt etwas, bedeutet man sich etwas. Diese Welt gefällt mir – zumindest, von außen betrachtet. Wenn es zu extrem würde, wäre es schon wieder nichts für einen selbst. Wie gerne habe ich schon als Kind, gemeinsam mit meiner Mutter, großartige alte Filme angeschaut, habe dadurch natürlich eine Wissensbandreite, die meinem Alter nie wirklich entsprochen hat. Nicht nur auf dem Gebiet. Ohne, dass sie es wollte, hat sie den Grundstein für ganz viel Erzählstoff gelegt, der mir nachher in der Branche sehr zugute kam. Mein Vater spielt hier intellektuell jedoch die absolute Hauptrolle.
Das ist natürlich eine Sache, die im Escortbereich ausstirbt: Keiner weiß mehr irgendwas. Keiner kann mehr amüsant erzählen, alleine mit Sprache Menschen fangen, den Intellekt im Humor ausdrücken – würde ein Mann nicht sehr gerne dafür zahlen? Er würde. Und vermutlich mehr, als er eigentlich müsste. Ich sage ja immer sehr gerne „entweder man ist so, oder nicht!“ Kann man es anderen Menschen beibringen? Nein und das ist etwas, das mich an meine Grenzen bringt.

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