Liebe ist…Heute beschäftigt sich EE mit der Frage: Wann wird aus einer loseren Bettgeschichte eine „ernste Kiste“ und ab wann spricht man von Beziehung? Zerstört das Wort „Beziehung“ eine gewisse Leichtigkeit und fühlt man sich ab dem Moment, da der Begriff ausgesprochen wurde, unter Druck gesetzt? Mich persönlich tangiert die Frage weniger, da ich keine Beziehung führe und damit auch recht zufrieden bin. Ich fühle mich im Nachgang in einen gewöhnlichen Menschen ein und versuche, dessen Gedankengänge zu rekonstruieren. Im folgenden denkt eine Frau über dieses, jenes und welches nach.

Aber lesen Sie einfach selbst:

Wir küssen uns. Und noch bevor ich allein daheim im Bett liege, bekomme ich die erste Nachricht von ihm. Wie spannend, ich habe Schmetterlinge im Bauch und versuche, mir den Umstand wieder auszureden.
Ein paar Tage später will er mich treffen. Ich sage zu und es war ein echt guter Abend mit tollen Gesprächen und… . In der Früh holt er Frühstück und macht Kaffee. Wir sehen uns seitdem ab und an, mindestens einmal pro Woche. Er fragt mich ständig neue Dinge. „Auf welcher Seite vom Bett schläfst Du normalerweise?“ „Magst Du den Kaffee hier?“ „Frühstückst Du immer?“ „Hörst Du beim Joggen normalerweise Musik?“ Er beschwert sich, dass immer nur er anruft, nie ich (Anmerkung der Redaktion: eine Frau ruft auch erstmal nicht an, sie reagiert allenfalls). Er sagt mir vor fast jedem Treffen, dass er sich freut und danach, dass es schön war. Er forciert jedes weitere Treffen. Immer so bald wie möglich. Er hat die Ideen. Oder er steht halt einfach mal in der Früh oder nachts vor meiner Tür. Dann schlafen wir miteinander.

Ich freue mich, dass er mir noch in der ersten Nacht schreibt und dass er mich wiedersehen möchte. Ich liebe sein Frühstück und seinen Kaffee. Ich schlafe auf der linken Bettseite. Ich ruf ihn jetzt auch ab und zu an. Jedes Treffen ist irgendwie anders schön und nach jedem Treffen hab ich noch mehr Lust, ihn bald wiederzusehen. Auch spontan in der Früh, und nachts sowieso. Ich bin wild auf ihn und jedes Mal wird alles intensiver.

„Was ist das mittlerweile für Dich?“ Ich lache, weil ich nicht weiß was ich ihm antworten soll. Ich weiß nicht, was es ist und ich habe ja auch im Laufe der Jahre gelernt, dass man eine Weile lang miteinander schlafen kann und händchenhaltend durch die Gegend geht, ohne diesen Zustand gleich als „Beziehung“ zu bezeichnen. Ich habe keine Ahnung, was es für mich ist. Ehrlich nicht.

Er schaut mich an und wird ein bisschen ernst. Normalerweise ist er selten ernst. „Meine letzte Beziehung ist einfach noch nicht lang genug her. Ich muss irgendwie grad noch zu mir selber finden, glaub‘ ich…“
Ich unterbreche ihn. Ich will das nicht hören. Ich glaub‘, ich weiß jetzt doch schon, was das für mich ist. Ich war grad dabei, mich zu verlieben.

Fazit: Wie immer ist jeder sicherlich ganz erpicht auf meine ganz persönliche Meinung ;-). Es war doch alles gut. Sie hatte alles im Griff, ließ ihn kommen, ließ ihn die Ideen haben. Er hat gemacht und getan – er hat seiner Rolle als Jäger vollkommen entsprochen, so lange, bis er sie geknackt und auf dem richtigen Fuß erwischt hat. Beute erlegt. Ab dann wurde es uninteressant. Plötzlich „muss er noch Dinge aus der Vergangenheit verarbeiten“, plötzlich „geht ihm alles zu schnell“, plötzlich „merkt er, dass er noch nicht so weit ist!“ Was hätte ich evtl.gesagt? Schwierig. Vielleicht: „Du, ich kann Dich total verstehen, ich häng‘ auch noch am Ex!“ ;-)….Wenn Sie keine Lust auf komplizierte „Beziehungen“ haben, bin ich ganz Ohr und vollkommen unkompliziert ;-).

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