Bildschirmfoto 2013-05-02 um 12.26.44Man ist was man isst – ein Satz, der heutzutage mehr Aussagekraft hat als je zuvor. Ein Lebensmittelskandal jagt den nächsten. Aber wen wundert es, wenn Geiz geil ist und billiger noch billiger sein soll. Wie schnell kann ein Tier rentabel wachsen? Ohne weiter in die moralische Kiste greifen zu wollen verraten wir, was der Lieblingsmetzger unser Pariser Klientels ist.
Der Beste seiner Zunft ist mit weitem Abstand Yves-Marie Le Bourdonnec. Wie, noch nie gehört? 😉 Der Metzger gehört zu den teuersten und besten Fleischern in Paris. Wenn Sie einen Plausch mit ihm halten wird schnell klar, dass Sie mit einem der härtesten Kritiker der Fleischwarenindustrie sprechen.

„Wenn in Frankreich die Rede von Landwirtschaft ist, dann tun alle so, als ginge es um Ferien auf dem Bauernhof. Sogar der Landwirtschaftsminister hat geredet, als könne er sich das alles gar nicht vorstellen. Dabei muss man sich doch ständig auf Skandale einstellen – vor allem, wenn es um das Hackfleisch in Tiefkühlprodukten geht“, sagt Le Bourdonnec, in seinem Buch „L’Effet Bœuf“.  Weiter skandiert: „Solches Fleisch stammt aus Resten, die bei der Schlachtung von Milchkühen abfallen, die unter absurd grausamen Bedingungen gehalten wurden. Es wird gepresst und als Fleischblock verkauft, die Lebensmittelindustrie versorgt sich mit jenen Blöcken, die gerade am billigsten sind. Der Preisdruck ist gewaltig, da ist also in jedem Fall Mist drin – egal, ob mit oder ohne Pferdefleisch“

Wenn man ein gutes Stück Fleisch haben will, muss man schon einiges bei Yves-Marie Le Bourdonnec auf den Tresen legen: Ein Kilogramm Hochrippe bei dem Metzger im edlen 16. Bezirk in Paris kostet ca. 75 EUR.

Sein Klientel weiß, dass Qualität seinen Preis hat. Nur bestes Fleisch von Tieren, die mit Gras und Heu gefütterten wurden kommt bei ihm, nach einer 60 Tage dauernden Reifezeit, in den Verkauf.

Auf die Frage hin, wie man einen guten Metzger erkennt, sagt er stets: „Ein guter Fleischer kann eine Geschichte zu seinem Fleisch erzählen, er ist eine Art Vermittler zwischen dem Kunden und dem Züchter und kann so dem Züchter die Wünsche des Kunden näherbringen und dem Kunden die Realität der Züchtung.“

Nehmen Sie sich bei ihrem nächsten Paris-Besuch doch etwas Zeit, um bei Yves-Marie Le Bourdonnec vorbeizuschauen. Sie werden sofort verstehen, was einen guten Metzger ausmacht – selbst ohne viele Worte des Meisters.

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