Die 52-jährige Französin Catherine Millet ist Chefredakteurin der renommierten Kunstzeitschrift art press und versierte Sachkennerin für Moderne Kunst. Sowohl bei der Biennale in São Paolo 1989 als auch bei der Biennale 1995 in Venedig war sie die Kuratorin des französischen Pavillons. Sie ist Autorin diverser Bücher und Essays über zeitgenössische und moderne Kunst. Gleichzeitig handelt es sich um eine Frau, die für die weibliche Promiskuität kämpft. Im Jahr 2001 veröffentlichte sie das Skandalbuch „La vie sexuelle de Catherine M.“- eine sexuelle Autobiografie, eine aufwühlende, schonungslose und detaillierte Bestandaufnahme ihrer Nymphomanie.

In Frankreich war die Erstauflage von cirka 4.000 Stück in kürzester Zeit ausverkauft. Das Buch wurde ins Deutsche übersetzt und auch in der BRD ein Erfolg. Auf 258 Seiten erzählt Millet schonungslos und auffällig nüchtern von ihren sexuellen Erfahrungen, die sie darüber hinaus sprachlich geschickt und sehr analytisch betrachtet. „Die Zeit“ beschreibt das Buch als „Tableau einer Jagd, das auch den zwanghaftesten Don Juan erröten lassen würde.“

Das Buch hat sowohl in Frankreich als auch in Deutschland eine hitzige Debatte über die Frage „Handelt es sich bei dem Buch um schmuddelige Pornografie oder erotische Literatur?“ ausgelöst. Denn im Gegensatz zu Millet wirkt zum Beispiel ihr Landsmann Michel Houellebecq fast ein wenig verklemmt.

Machen Sie sich selbst ein Bild. Eine anregende und vielleicht aufregende Sommerlektüre.

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